von lif 13.06.2026 07:54 Uhr

Nicht vergessen: Papierausweis bald ungültig

Den 3. August sollten sich alle Südtiroler rot im Kalender anstreichen. Ab diesem Tag verliert die klassische Identitätskarte aus Papier ihre Gültigkeit und das, unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum. 

Mit dem Stichtag im August tritt in ganz Italien eine weitreichende Neuerung in Kraft: Die elektronische Identitätskarte wird für alle Bürger verpflichtend. Das gilt auch für Personen, die keine Auslandsreise geplant haben und für ausländische Staatsangehörige, deren Identitätskarte nur in Italien gültig ist.

Warum die Umstellung?

Die gesetzliche Grundlage für die Umstellung bildet die EU Verordnung 2019/1157. Sie sieht europaweit einheitliche und höhere Sicherheitsstandards für Personaldokumente vor. 

Der Hauptgrund: Den alten Papierausweisen fehlt eine maschinenlesbare Zone, die für automatische Grenzkontrollen erforderlich ist. Die Papierausweise entsprechen den neuen Anforderungen nicht mehr und werden daher EU weit durch die elektronische Identitätskarte aus Kunststoff ersetzt. Sie bietet deutlich höhere Sicherheitsstandards, ist europaweit anerkannt und ermöglicht zudem den Zugang zu zahlreichen Verwaltungs- und Online Diensten.

Tausende müssen noch umsteigen

Wie viele Menschen in Südtirol noch einen Papierausweis besitzen, zeigt das Beispiel der Landeshauptstadt. Die Stadtverwaltung von Bozen geht davon aus, dass allein dort noch rund 20.000 Bozner ihren Papierausweis gegen eine elektronische Identitätskarte eintauschen müssen. Angesichts dieser Zahlen warnen die Behörden davor, mit der Erneuerung bis zum letzten Moment zu warten. Wenn sich zu viele Personen Zeit lassen, könnte es eng werden. Zum einen müsse man dann möglicherweise länger auf einen Termin im Meldeamt warten, zum anderen kann es zu Verzögerungen bei der Zustellung durch die staatliche Sicherheitsdruckerei kommen. 

So funktioniert die Beantragung

Die elektronische Identitätskarte wird beim Einwohnermeldeamt der eigenen Wohnsitzgemeinde beantragt. Wie die Verbraucherzentrale Südtirol erklärt, sind dafür erforderlich: ein aktuelles Passbild, die alte Identitätskarte (auch wenn sie bald ungültig wird) und die Steuernummer.

Die Gemeinde nimmt die Daten entgegen, darunter Lichtbild, Unterschrift und Fingerabdruck, und übermittelt sie an die Staatsdruckerei und Münzprägeanstalt in Rom. Diese druckt die Karte und stellt sie per Einschreiben zu. In der Regel dauert das sechs bis zehn Arbeitstage. In der Zwischenzeit gilt die Empfangsbestätigung als gültiges Ausweisdokument im Inland.

Die Kosten für die Ausstellung belaufen sich auf 22 Euro.

Nicht nur ein Ausweis

Die neue elektronische Identitätskarte ist nicht nur ein physischer Ausweis. Sie dient auch als digitale Identität, mit der Bürger online auf zahlreiche öffentliche Dienste zugreifen können. Technisch ermöglicht sie sichere Anmeldungen bei Behörden und Diensten auf nationaler und europäischer Ebene und kann so anstelle des SPID genutzt werden.

Über die offizielle CIEID App kann die Karte als Schlüssel für digitale Dienste verwendet werden. Dafür benötigt man die PIN und PUK Codes, die man bei der Ausstellung erhält, sowie ein Smartphone mit NFC Funktion oder das QR Code Verfahren.

Organspende: Entscheidung bei der Beantragung möglich

Im Rahmen der Erneuerung der Identitätskarte ist es außerdem möglich, eine Erklärung zur Organspende abzugeben. Dabei kann sowohl die Zustimmung als auch die Ablehnung hinterlegt werden. Aktuell haben sich rund 150.000 Südtiroler für eine Organspende entschieden, das sind gut 66 Prozent jener, die eine Erklärung abgegeben haben.

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