65 Jahre Feuernacht: Erinnerung als Auftrag für die Zukunft

Mut und Opferbereitschaft der Freiheitskämpfer gewürdigt
Die heilige Messe wurde von Pfarrer H. Michael Bachmann Can. Reg. zelebriert. In seiner Ansprache bezeichnete er es als Schande, dass den Freiheitskämpfern die Teilnahme an den Beerdigungen ihrer Eltern verwehrt worden sei. Ihr Mut und ihr selbstloser Einsatz für Land und Volk wurden als Vorbild für die heutige Jugend hervorgehoben. Zugleich erinnerte er daran, dass errungene Rechte keine Selbstverständlichkeit seien, sondern stets aufs Neue verteidigt werden müssten.
Eva Klotz erinnert an die Bedeutung der Feuernacht
Höhepunkt der Gedenkfeier war die Ansprache von Dr. Eva Klotz, Tochter des Freiheitskämpfers Jörg Klotz und langjährige Landtagsabgeordnete. In ihrer Rede hob Klotz insbesondere den Mut und die Entschlossenheit der Freiheitskämpfer des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) hervor. Nach Jahren der Italianisierung, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen gegenüber der deutschen und ladinischen Volksgruppe hätten diese beschlossen, mit einer sorgfältig geplanten Aktion die internationale Aufmerksamkeit auf die ungelöste Südtirol-Frage zu lenken.
Mit der Sprengung von 37 Strommasten sei es gelungen, das Südtirol-Problem weltweit bekannt zu machen und bis vor die Vereinten Nationen (UNO) zu tragen. Klotz rief insbesondere die Jugend dazu auf, sich mit der Tiroler Geschichte auseinanderzusetzen, historische Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen und das eigene Geschichtsbewusstsein zu stärken.
Im Anschluss betonte Bürgermeister Alexander Überbacher in seiner Begrüßung die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur. Es gelte, die Autonomie auch künftig aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig würdigte er die Verdienste der Freiheitskämpfer.
Vermächtnis für kommende Generationen
Abschließend unterstrichen die Veranstalter, dass die heutigen Rechte der deutschen und ladinischen Volksgruppe nicht selbstverständlich seien, sondern mit großem Einsatz erkämpft wurden und auch weiterhin verteidigt werden müssten. Das wichtigste Vermächtnis an die junge Generation sei daher ein gesundes Geschichtsbewusstsein, verbunden mit der Verantwortung, die mühsam erreichten Rechte aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln.
Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von der Musikkapelle Schabs sowie dem Kirchenchor St. Margareth. Den Abschluss bildete eine feierliche Kranzniederlegung.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Feuernacht weit mehr ist als ein historisches Ereignis. Sie steht für den Mut einer Generation, die sich gegen Unterdrückung erhob und den Grundstein für das heutige Südtirol legte. Ihr Vermächtnis verpflichtet dazu, die eigene Identität zu bewahren, die Autonomie zu verteidigen und auch künftig für die Rechte der deutschen und ladinischen Volksgruppe einzustehen.






