von ih 10.06.2026 14:21 Uhr

Große Anteilnahme beim Abschied von Josef „Pepi“ Fontana

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am Mittwoch der Südtirol-Aktivist, Historiker und Ehrenkranzträger des Südtiroler Schützenbundes, Josef „Pepi“ Fontana, in Neumarkt zu Grabe getragen worden. Zahlreiche Schützen und Marketenderinnen begleiteten den Verstorbenen auf seinem letzten Weg.

Foto: © SSB/Richard Andergassen

Der Trauergottesdienst in der Kapuzinerkirche wurde von Dekan Christoph Schweigl zelebriert. Die Sargwache übernahmen Landeskommandant Christoph Schmid, Ehrenlandeskommandant Elmar Thaler sowie die Ehrenmajore Robert Ventir und Franzjosef Roner. Unter den Trauergästen befanden sich auch Landesrat Luis Walcher sowie mehrere Landtagsabgeordnete.

In ihrer Würdigung zeichnete Martha Stocker das Leben und Wirken Fontanas nach. Sie beschrieb ihn als einen Menschen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, großer Wissbegierde und tiefer Verbundenheit zu seiner Heimat. Geprägt von den politischen und gesellschaftlichen Konflikten seiner Zeit habe er Verantwortung übernommen, um auf die Benachteiligung Südtirols aufmerksam zu machen. Dabei sei er stets der Linie Sepp Kerschbaumers gefolgt, wonach kein Menschenleben gefährdet werden dürfe.

Stocker erinnerte auch an die fast acht Jahre Haft, die Fontana für sein Engagement verbrachte. Diese Zeit nutzte er für seine Ausbildung und intensive Studien. Später promovierte er und verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Tiroler Geschichte. Als Generalsekretär des Südtiroler Kulturinstituts sowie als Historiker und Autor prägte er über Jahrzehnte das kulturelle Leben des Landes.

  • © SSB/Richard Andergassen

Am Friedhof von Neumarkt würdigte Landeskommandant Christoph Schmid den Verstorbenen als Historiker, Forscher und Zeitzeugen, der sein Leben in den Dienst seiner Heimat gestellt habe. Fontana habe nicht nur Geschichte dokumentiert, sondern selbst Geschichte geschrieben. Sein Einsatz habe dazu beigetragen, Sprache, Kultur und Identität Südtirols zu bewahren.

Nach der Grabrede spielte die Bläsergruppe der Musikkapelle Neumarkt die Weise vom „Guten Kameraden“. Die Schützenkompanie Neumarkt verabschiedete ihr Ehrenmitglied mit einer Ehrensalve und dem dreimaligen Senken der Schützenfahne über dem offenen Grab.

Mit Josef „Pepi“ Fontana verliert Südtirol einen bedeutenden Historiker, engagierten Heimatforscher und prägenden Zeitzeugen der jüngeren Landesgeschichte.

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