von ih 10.06.2026 16:59 Uhr

FPÖ kritisiert Mattle wegen Aussagen zur ORF-Spitze

Scharfe Kritik an Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) übt FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger nach einem Interview Mattles beim Mediengipfel in Seefeld. Aus Sicht der Freiheitlichen habe der Landeshauptmann mit seinen Aussagen offenbart, wie politische Einflussnahme bei der Besetzung von Spitzenpositionen im Österreichischen Rundfunk (ORF) funktioniere.

Bild: APA/EXPA/JOHANN GRODER

Markus Abwerzger bezeichnet die Aussagen als „skandalöses Bekenntnis zum alten System des politischen Postenschachers“. Der FPÖ-Politiker sieht sich dadurch in seiner langjährigen Kritik bestätigt, wonach Führungspositionen im ORF nicht ausschließlich nach fachlichen Kriterien vergeben würden. Stattdessen würden parteipolitische Netzwerke und politische Absprachen eine entscheidende Rolle spielen.

Hintergrund der Kritik ist die bevorstehende Wahl des neuen ORF-Generaldirektors durch den ORF-Stiftungsrat am 11. Juni. Für Abwerzger ist die Entscheidung ein Symbol für ein System, das seiner Ansicht nach seit Jahrzehnten von den Großparteien geprägt werde. Der ORF sei längst zu einem „politisch gesteuerten Beuteobjekt“ von ÖVP und SPÖ geworden, erklärt der Tiroler FPÖ-Chef.

Der FPÖ-Landesparteiobmann wirft Mattle vor, dieses System nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv zu verteidigen. Gleichzeitig stellte er seine Forderung nach einer „anderen Politik“ in den Mittelpunkt. Diese müsse seiner Ansicht nach ohne parteipolitische Einflussnahme und politische Intrigen auskommen.

Abwerzger fordert daher eine umfassende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Konkret spricht sich die FPÖ für transparente Besetzungsverfahren, eine stärkere Kontrolle durch die Gebührenzahler sowie eine Entpolitisierung der Entscheidungsgremien aus. Die Besetzung von Führungspositionen müsse künftig unabhängig von Parteizugehörigkeiten erfolgen.

Mit Blick auf die Wahl des neuen Generaldirektors erneuerte Abwerzger seine Kritik an den etablierten Parteien. Die Bevölkerung habe Anspruch auf unabhängige Information und Qualitätsjournalismus, betonte er. Die Entscheidung des Stiftungsrates werde zeigen, ob sich am bisherigen System etwas ändere oder ob bestehende Machtverhältnisse fortgeführt würden.

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