von ih 02.06.2026 10:30 Uhr

Gewalt in Notschlafstelle: Liste Fritz fordert Konsequenzen

Die Berichte über Gewaltvorfälle in der Notschlafstelle am Schusterbergweg in Innsbruck sorgen für politische Reaktionen. Die Liste Fritz fordert ein umfassendes Sicherheitskonzept, eigenes Sicherheitspersonal sowie eine vollständige Aufklärung der bisherigen Vorfälle.

Symbolbild: Rotes Kreuz Innsbruck

Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint spricht von einem „dramatischen Alarmsignal“. Hintergrund sind Schilderungen von Mitarbeitern, die laut Liste Fritz von Morddrohungen, tätlichen Angriffen und einem Gefühl permanenter Unsicherheit berichten. „Es ist absolut inakzeptabel, dass Beschäftigte offenbar seit Monaten um Hilfe rufen und trotzdem nicht ausreichend geschützt werden“, erklärt Sint.

Für die Liste Fritz sei nicht nachvollziehbar, warum in anderen sensiblen Einrichtungen Sicherheitsdienste eingesetzt würden, in der Notschlafstelle jedoch nicht. Sint sieht darin ein erhebliches Sicherheitsrisiko und warnt vor weiteren Eskalationen.

Die Partei fordert daher die rasche Ausarbeitung und Umsetzung eines Sicherheitskonzeptes. Dieses soll klare Abläufe für den Umgang mit Bedrohungen und Übergriffen, Präventionsmaßnahmen, eine stärkere Unterstützung der Beschäftigten sowie eigenes Sicherheitspersonal vor Ort umfassen. „Die Beschäftigten dürfen mit gefährlichen Situationen nicht länger allein gelassen werden“, betont Sint.

Kritik an TSD und Landesrat

Kritik richtet die Liste Fritz auch an die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) sowie an den zuständigen SPÖ-Landesrat Philipp Wohlgemuth. Laut Sint hätten Mitarbeiter die Verantwortlichen bereits vor Monaten über die Probleme informiert.

„Jetzt unter medialem Druck kündigen sie Maßnahmen an, die sie den Beschäftigten längst versprochen haben. Das ist zu wenig und kommt viel zu spät“, sagt der Klubobmann.

Besonders kritisch sieht die Liste Fritz den Umgang mit Mitarbeitern, die selbst Opfer von Angriffen geworden seien. Es sei nicht akzeptabel, wenn angegriffene Beschäftigte ohne nachvollziehbare Begründung entlassen würden und zudem nicht vom TSD-Sozialplan erfasst seien.

Forderung nach Transparenz

Die Liste Fritz verlangt außerdem eine umfassende Offenlegung der bisherigen Vorfälle und der Reaktionen der Verantwortlichen.

Konkret fordert die Partei Informationen über die Zahl der Vorfälle, die bisher gesetzten Maßnahmen der TSD, die Rolle der politisch Verantwortlichen sowie den arbeitsrechtlichen Umgang mit betroffenen Mitarbeitern.

„Wir wollen wissen, wer wann von den Vorfällen gewusst hat, welche Maßnahmen zugesagt wurden und warum sie nicht längst umgesetzt sind“, erklärt Sint. Die Tiroler Landesregierung dürfe sich dieser Debatte nicht länger entziehen.

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