Gennaccaro trifft Bischof Muser: „Niemand darf zurückgelassen werden“

Das Gespräch fand im Pastoralzentrum in Bozen statt und wurde von beiden Seiten als offen und konstruktiv beschrieben. Ein zentrales Thema war die Rolle der Sprache im öffentlichen und politischen Diskurs. „Die institutionelle Sprache hat Vorbildcharakter“, betonte Bischof Muser. Worte könnten Menschen verbinden, aber auch spalten, weshalb sie mit Bedacht gewählt werden müssten.
Einigkeit herrschte auch bei der Frage der Chancengleichheit. Politik habe die Verantwortung, allen Menschen die gleichen Möglichkeiten zu bieten. „Niemand darf zurückgelassen werden“, unterstrichen Gennaccaro und Muser übereinstimmend.
Zur Sprache kam zudem die Südtiroler Autonomie. Laut Gennaccaro warnte der Bischof davor, dass Autonomie nicht in Egoismus umschlagen dürfe. Andernfalls würden letztlich alle verlieren. Der Landtagspräsident teilte diese Einschätzung und hob hervor, dass die eigene Identität zwar wichtig sei, diese jedoch stets im offenen Dialog und mit Rücksicht auf andere gelebt werden müsse.
Zum Abschluss vereinbarten beide Gesprächspartner, den begonnenen Austausch auch während der laufenden Legislaturperiode fortzusetzen. Gennaccaro sprach von einem wichtigen Signal für den Dialog zwischen politischen Institutionen und Kirche.





