von ih 31.05.2026 17:44 Uhr

Tiroler Landesarchiv nach umfassendem Ausbau fertiggestellt

Nach mehreren Jahren Bauzeit ist das Tiroler Landesarchiv umfassend modernisiert und erweitert worden. Mit dem Abschluss des Projekts „Tiroler Landesarchiv – Neubau Speicher 6, Lesesaal und Bestandssanierungen“ verfügt das „Gedächtnis des Landes“ nun über eine zeitgemäße Infrastruktur zur langfristigen Sicherung von mehr als 1.000 Jahren Tiroler Geschichte.

Foto: © Land Tirol

Das Archiv verwahrt derzeit über 30.000 Laufmeter an Urkunden, Handschriften, Akten, Karten sowie Nachlässen und Archiven von Vereinen, Unternehmen und Adelsfamilien. Jährlich wächst der Bestand um weitere 350 bis 400 Laufmeter Archivgut.

Herzstück des Bauvorhabens ist ein neuer Lesesaal, der als markante Holzkonstruktion die historischen Bestandsgebäude mit den neu errichteten Speicherbauten verbindet. „Geschichte zu bewahren bedeutet auch, sie für die Menschen zugänglich zu machen“, betonte Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth.

Mit dem Neu- und Umbau seien moderne Voraussetzungen geschaffen worden, um historische Quellen dauerhaft zu sichern und gleichzeitig einen offenen Ort für Forschung und Bildung anzubieten.

Neben dem Lesesaal wurde ein neues Speichergebäude mit drei Untergeschossen und einem Erdgeschoss errichtet. Zudem wurden bestehende Depotbereiche saniert und die technische Infrastruktur modernisiert. Insgesamt stehen dem Landesarchiv nun rund 11.600 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Besonderes Augenmerk galt dem Schutz der historischen Bestände. Neue Klima-, Lüftungs- und Brandschutzanlagen sorgen für optimale Lagerbedingungen. Darüber hinaus wurden die Arbeitsabläufe verbessert und die Barrierefreiheit ausgebaut. Trotz der umfangreichen Bauarbeiten blieb das Landesarchiv während der gesamten Bauphase für Besucher geöffnet.

Landesarchivdirektor Christoph Haidacher, der Ende Juni in den Ruhestand tritt, bezeichnete die Erweiterung als wichtigen Schritt für die Zukunft. Seine Nachfolgerin Gertraud Zeindl verwies insbesondere auf die zunehmende Bedeutung der digitalen Archivierung. Die neuen räumlichen und technischen Möglichkeiten würden beste Voraussetzungen schaffen, um Tirols Geschichte auch künftig langfristig zu bewahren und zugänglich zu machen.

Das Tiroler Landesarchiv steht der Bevölkerung kostenlos offen und wird sowohl für wissenschaftliche Forschung als auch für Ahnen- und Familienforschung genutzt. Der neue Lesesaal soll künftig zudem Raum für Vorträge, Buchpräsentationen und Diskussionsveranstaltungen bieten.

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