AVS fordert konsequente Passsperren in den Dolomiten

Wie bekannt, soll die Sperre der Dolomitenpässe versuchsweise für fünf Monate eingeführt werden. Die Details sind derzeit in Ausarbeitung. AVS-Präsident Georg Simeoni hofft, dass der Alpenverein in die Gespräche einbezogen wird. Konstruktive Lösungen im Sinne der zahlreichen einheimischen Alpinisten sollten dabei auf jeden Fall angeboten werden, damit die Sperre auch breite Unterstützung in der Bevölkerung erfahre. „Die neuen Grenzen in der Umweltgesetzgebung durch die Autonomiereform sollten auf jeden Fall ausgereizt werden“, fordert Simeoni in einer Mitteilung.Â
Kritik an „Abenteuer“-Angeboten
Auf Unverständnis stoßen beim AVS die immer häufiger werdenden kommerziellen Motorsport-Angebote in den Dolomiten. Konkret kritisiert der Verein den Verleih hochmotorisierter Sportwagen, der gezielt für Fahrten über die Dolomitenpässe beworben werde, teils sogar mit dem Versprechen vom „Fahren im Grenzbereich“. Für den AVS steht das im klaren Widerspruch zu Natur- und Klimaschutz sowie zu einem verantwortungsvollen Tourismus.
Die Dolomiten leiden laut Verein seit Jahren unter den Folgen des intensiven Individualverkehrs: Lärm, Abgase, Flächendruck und Sicherheitsrisiken prägten an vielen Tagen das Bild, Parkplätze seien überfüllt, Fahrzeuge stünden vielerorts am Straßenrand. „Seit mehr als zwei Jahrzehnten fordern wir gezielte Einschränkungen für den motorisierten Verkehr auf den Dolomitenpässen. Passiert ist zu wenig“, so Simeoni. „Gleichzeitig beobachten wir mit großer Sorge, dass neue Geschäftsmodelle genau diesen problematischen Verkehr weiter ankurbeln. Die Vermarktung der Dolomiten als Kulisse für PS-starke ‚Abenteuerfahrten‘ ist schlicht nicht akzeptabel.“
Kritik gibt es auch an spektakulären Hubschrauberflügen, die in einem Lebensraum, der Schutz und Ruhe nötig hätte, „offenbar ein Kassenschlager“ seien. Solche Angebote würden nicht nur zusätzlichen Verkehr erzeugen, sondern auch riskantes Fahrverhalten fördern, das andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Wanderer gefährde.
Auch in der Hochsaison sperren
„Die Dolomiten sind kein Erlebnispark für motorisierte Grenzerfahrungen“, betont Simeoni. „Wer hier kurzfristige Profite über den Schutz dieses einzigartigen Naturraums stellt, handelt unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen.“ Der AVS fordert, die Passsperre umzusetzen und auch den Mut zu haben, dies in der touristischen Hochsaison zu tun. Parallel dazu brauche es den intelligenten Ausbau öffentlicher Mobilitätsangebote sowie eine klare Regulierung kommerzieller Aktivitäten.
Abschließend appelliert der Alpenverein an Politik und Verwaltung, endlich entschlossen zu handeln: „Gute Lösungsansätze liegen auf dem Tisch. Es braucht jetzt den Mut, sie im Konsens mit der einheimischen Bevölkerung im Interesse von Umwelt, Bevölkerung und eines zukunftsfähigen Tourismus umzusetzen.“






