von ih 26.05.2026 12:30 Uhr

Schöne Heimat, schlechte Zukunft? Immer mehr Südtiroler wandern ab

Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) sieht sich durch die neue Südstern-Studie in seiner Kritik an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestätigt. Laut der Untersuchung verliert Südtirol jährlich rund 800 Menschen an die Nachbarländer. Zwar bleibe die emotionale Bindung an die Heimat stark, dennoch kehrten viele junge Südtiroler nicht zurück.

Symbolbild UT24

ASGB-Vorsitzender Tony Tschenett betont, dass vor allem wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend seien. Viele junge Menschen würden Südtirol wegen besserer Löhne, attraktiverer Arbeitsverträge und klarerer Karrierechancen im Ausland den Rücken kehren. Besonders kritisch sieht der ASGB das Verhältnis zwischen vergleichsweise niedrigen Einstiegsgehältern und den hohen Lebenshaltungskosten im Land.

Die Studie zeigt, dass sich 84 Prozent der Befragten weiterhin stark mit Südtirol verbunden fühlen. Gleichzeitig bewerten jedoch drei Viertel das heimische Lohnniveau als wenig attraktiv. Auch Arbeitsmarkt und Wohnungsangebot schneiden schlecht ab.

Der ASGB warnt davor, dass Südtirol zunehmend zur Ausbildungsregion für andere Länder werde. Dadurch verliere das Land nicht nur Fachkräfte, sondern auch Kaufkraft, Steueraufkommen und junge Familien. Die Gewerkschaft fordert deshalb höhere Einstiegsgehälter, steuerliche Entlastungen und bessere berufliche Perspektiven, um die Abwanderung langfristig zu stoppen.

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