Südtirols Handel sorgt sich um Sicherheit und Ladendiebstähle

Laut der vorgestellten Studie verursachte illegale Tätigkeit im Jahr 2025 Schäden in Höhe von rund 41 Milliarden Euro für Unternehmen aus Handel und Gastronomie. Gleichzeitig seien etwa 284.000 reguläre Arbeitsplätze gefährdet.
Besonders stark schlagen dabei der illegale Handel mit einem Schaden von 10,5 Milliarden Euro sowie die illegale Gastronomie mit 8,5 Milliarden Euro zu Buche. Auch Produktfälschungen und Ladendiebstähle verursachen laut Studie enorme wirtschaftliche Verluste.
hds-Präsident Philipp Moser betont, dass Illegalität längst kein Randphänomen mehr sei. „Sie schwächt ehrliche Betriebe, gefährdet Arbeitsplätze, verzerrt den Wettbewerb und beeinträchtigt die Lebensqualität in unseren Städten und Orten“, erklärt Moser.
Ladendiebstahl als großes Problem
Neben den wirtschaftlichen Schäden bereitet den Betrieben vor allem die Sicherheitslage Sorge. Laut der Erhebung geben 29 Prozent der Unternehmen an, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren verschlechtert habe.
Drei von zehn Unternehmern fürchten zudem, selbst Opfer krimineller Handlungen zu werden. Besonders häufig genannt werden Diebstähle, Vandalismus, Übergriffe und Raubdelikte. Auch sogenannte Baby-Gangs sowie problematische Auswüchse des Nachtlebens werden zunehmend als Belastung wahrgenommen.
Ein zentrales Problem bleibt der Ladendiebstahl. Mehr als sechs von zehn Handelsbetrieben berichten, davon betroffen zu sein. Fast jeder fünfte Betrieb erlebt entsprechende Vorfälle sogar mehrmals pro Woche oder täglich. Viele Unternehmen reagieren bereits mit Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen wie Videoüberwachung, Alarmanlagen oder moderne Diebstahlschutzsysteme. In Südtirol werden solche Maßnahmen teilweise durch Förderungen des Landes unterstützt.
Zusammenarbeit mit Ordnungskräften gefordert
Für hds-Direktorin Sabine Mayr bleibt Sicherheit jedoch in erster Linie eine öffentliche Aufgabe. Entscheidend sei die enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Gemeinden, Ordnungskräften und Wirtschaftsvertretungen. Gerade in Südtirol funktioniere dieses Zusammenspiel bereits konstruktiv und sei ein wichtiger Standortvorteil. Sicherheit entstehe nicht allein durch Kontrollen, sondern vor allem durch Präsenz, Dialog und ein funktionierendes Miteinander vor Ort.
Der hds verweist zudem auf die gesellschaftliche Bedeutung von Nahversorgung, Handel und Gastronomie. Offene Geschäfte, Bars und Restaurants würden wesentlich dazu beitragen, Straßen und Ortskerne lebendig zu halten. Sie sorgten für Begegnung, soziale Kontrolle und Vertrauen.
„Ein Geschäft, das offen ist, ist nicht nur ein Ort des Verkaufs. Es ist Licht, Präsenz, Beziehung und ein Stück Sicherheit“, betonen Moser und Mayr. Jedes geschlossene Geschäft bedeute daher nicht nur den Verlust eines Betriebes, sondern auch den Verlust eines lebendigen Treffpunkts in Städten und Dörfern.






