Sorge um bebaubare Flächen in Südtirol wächst

Grundlage der aktuellen Diskussion ist eine Untersuchung des Landesinstituts für Statistik ASTAT aus dem Jahr 2022. Demnach umfasst die Gesamtfläche Südtirols 739.819 Hektar, doch lediglich 22.936 Hektar gelten überhaupt als sogenanntes Dauersiedlungsgebiet – also als potenziell bebaubare Fläche. Das entspricht nur 3,1 Prozent der gesamten Landesfläche.
Besonders alarmierend: Von diesem ohnehin begrenzten Gebiet sind laut Studie nur noch rund 52 Prozent tatsächlich erschließbar. Gleichzeitig befinden sich außerhalb des offiziell definierten Siedlungsgebietes bereits weitere 9.639 Hektar verbauter Fläche. Insgesamt ergibt sich daraus eine landesweit besiedelte Fläche von mehr als 20.600 Hektar.
Auch der Bodenverbrauch schreitet weiter voran. Laut Daten des italienischen Umweltinstituts ISPRA gingen zwischen 2022 und 2024 jährlich rund 75 Hektar Boden verloren. Das entspricht nahezu der Hälfte der Fläche des Kalterer See.
Bernhard Zimmerhofer sieht darin ein deutliches Warnsignal. „Wie weit wollen und können wir also noch wachsen, wenn ein Ende der natürlichen Ressourcen absehbar ist?“, fragt der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit. Gerade in einem Gebirgsland wie Südtirol seien die natürlichen Grenzen des Wachstums besonders spürbar.
Als Vorbild verweist Zimmerhofer auf die Schweiz. Dort stimmen die Bürger am 14. Juni 2026 über die Nachhaltigkeitsinitiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ ab. Ziel der Initiative ist eine Begrenzung der ständigen Wohnbevölkerung, um Ressourcen und Infrastruktur langfristig zu schützen.
Für Südtirol fordert Zimmerhofer ein „moderates statt überhitztes Wirtschaftswachstum“, das sich stärker an den natürlichen Ressourcen des Landes orientiert. Neben der Verfügbarkeit von Grund und Personal werde künftig vor allem die Wasserversorgung eine entscheidende Rolle spielen. Ebenso müsse die Belastung von Umwelt, Verkehr sowie Schulen und Krankenhäusern stärker berücksichtigt werden.
Handlungsbedarf sieht der Politiker auch beim Wohnbau. Er fordert Maßnahmen gegen Leerstand, einen stärkeren Schutz von Vermietern sowie strengere gesetzliche Regelungen gegen den weiteren Ausverkauf der Heimat.






