von lif 18.05.2026 14:27 Uhr

Vom Kellerfund zur einzigartigen Sammlung

Mit einer Feier am vergangenen Samstag, den 16. Mai, hat das „Kleine Museum“ in Lana sein 35-jähriges Bestehen begangen. Gründer Alexander Schwabl hat in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit eine in Südtirol nahezu einzigartige Sammlung zur Geschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs aufgebaut und damit einen Beitrag zur regionalen Erinnerungskultur geleistet.

Jubiläumsfeier

Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat sich das privat geführte Museum des gelernten Schlossers zu einer besonderen Dokumentationsstätte der Zeitgeschichte entwickelt und bewahrt heute mehr als 5.000 Exponate aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Der Grundstein für das Museum wurde vor 35 Jahren durch einen Zufallsfund gelegt: Beim Aufräumen des Kellers seines Elternhauses entdeckte Alexander Schwabl militärische Ausrüstungsgegenstände. Dieser Fund weckte sein Interesse an der Geschichte und motivierte ihn systematisch Erinnerungsstücke, Fotografien und Dokumente aus der Zeit der beiden Weltkriege zu sammeln. 

Heute zählt das „Kleine Museum“ in Lana zu den außergewöhnlichsten privaten Sammlungen Südtirols. Besonders hervorzuheben sei der pädagogische Beitrag des Museums: Bislang besuchten rund 118 Schulklassen mit insgesamt etwa 2.400 Schülern die Ausstellung, um Geschichte unmittelbar und anschaulich zu erleben. Wie in einer Aussendung berichtet eitd, betreibt Alexander Schwabl das Privatmuseum ehrenamtlich. Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte er die Bedeutung der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer: „Ich bin sehr dankbar, dass so viele Menschen das ‚Kleine Museum‘ mit ihren Schenkungen und ihrer Mithilfe unterstützt haben. Dadurch konnte die Sammlung über die Jahrzehnte hinweg stetig wachsen.“

Alexander Schwabl

Neben seiner Tätigkeit als Sammler und Heimatforscher veröffentlichte Schwabl in den vergangenen Jahrzehnten mehrere zeitgeschichtliche Publikationen. Dazu zählen unter anderem die Chronik Das k.k. Standschützenbataillon Lana (2005), die Sammlung von Zeitzeugenberichten Des woas i nou guat (2010), die zweisprachige Dokumentation Die Standschützen in den Bergen des Ledrotales (2014), die historische Aufarbeitung Der österreichische Soldatenfriedhof in Meran (2015) sowie das Werk Um sie nicht zu vergessen (2018), das die Schicksale der im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus Lana rekonstruiert.

Von 1999 bis 2025 konnte Schwabl neun Ausstellungen zum Thema Erster- und Zweiter Weltkrieg organisieren oder Mitgestalten. Darunter die im Südtiroler Obstbaumuseum gezeigte Ausstellung “Trommelwirbel – Totenstille, Krieg in der Heimat 1915 – 1918“ (2005) und “Des woas i nou guat“ – Lana im Zweiten Weltkrieg (2010). Bei Ausstellungen im Landesmuseum Schloss Tirol (2006), im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden (2014), im Frauenmuseum in Meran (2015), im Museum Passeier (2025), und im Landesmuseum Festung Franzensfeste (2025). 

Für sein langjähriges Engagement zur Bewahrung historischer Zeugnisse und zur Pflege der Erinnerungskultur wurde Alexander Schwabl mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 2008 das Große Ehrenkreuz des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, 2009 die Kaiser-Karl-Medaille in Silber des Kaiserschützenbundes Innsbruck sowie 2020 das Ehrenzeichen der Marktgemeinde Lana.

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