Brenner-Blockade: „Massive Schäden für Wirtschaft und Verkehr“

Hintergrund ist eine geplante achtstündige Sperrung des Brennerkorridors, die nach Ansicht der Wirtschaftsvertreter schwerwiegende soziale, ökologische und wirtschaftliche Folgen hätte. Die Kammern fordern deshalb, die Veranstaltung in unmittelbare Nähe der Autobahn zu verlegen, sodass die A13 auf Tiroler Seite weiterhin uneingeschränkt befahrbar bleibt.
Besonders kritisch sehen die Handelskammern den Zeitpunkt der Demonstration. Der Brennerpass zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen Europas und ist Teil des Skandinavisch-Mittelmeer-Korridors im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V). Die Sperre fällt zudem auf einen der verkehrsreichsten Zeiträume des Jahres. Rund um Pfingsten, Fronleichnam und den italienischen Nationalfeiertag am 2. Juni wird traditionell mit einem besonders hohen Verkehrsaufkommen gerechnet.
Die Wirtschaftsvertreter warnen vor kilometerlangen Staus, erhöhtem Unfallrisiko und erheblichen Einschränkungen für Reisende sowie die Bevölkerung in den Grenzregionen. Besonders problematisch sei, dass Rettungsfahrzeuge durch die Verkehrsüberlastung behindert werden könnten. Gleichzeitig rechnen die Handelskammern mit zusätzlichen Umweltbelastungen, da Autofahrerinnen und Autofahrer gezwungen wären, großräumige Ausweichrouten zu nutzen. Auch der erwartete Stop-and-Go-Verkehr würde die Emissionen deutlich erhöhen.
Neben den Auswirkungen auf den Reiseverkehr befürchten die Kammern massive wirtschaftliche Schäden. Im Gütertransport drohten durch die zusätzliche Sperre – neben bereits bestehenden Fahrverboten und den geplanten Dosiertagen Ende Mai und Anfang Juni – weitere Verzögerungen und steigende Transportkosten. Auch der Tourismus könnte empfindlich getroffen werden. Hotels und Gastronomiebetriebe rechnen laut den Kammern mit kurzfristigen Stornierungen und rückläufigen Buchungen.
In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen die Präsidenten der Handelskammern entlang der Brennerroute, dass das Demonstrationsrecht selbstverständlich respektiert werde. Gleichzeitig seien jedoch die Sicherheitsrisiken und die zu erwartenden Schäden durch Ort und Zeitpunkt der Kundgebung unverhältnismäßig hoch.






