Kokain im Wert von 1,7 Millionen Euro beschlagnahmt

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen betrug 1,7 Millionen Euro. Der Aufgriff sei „historisch“, betonte Landespolizeidirektor Helmut Tomac. Es handle sich um die bisher größte in Tirol sichergestellte Menge an Kokain. Bei den Verdächtigen handle es sich um zwei 23-Jährige, einen 22-Jährigen und einen 34-Jährigen. Sie seien teilweise geständig.
Das Kokain verfüge über einen hohen Reinheitsgehalt und sei für den Straßenverkauf für sogenannte Läufer bestimmt gewesen, berichtete er: „Die Lieferung ging gezielt nach Innsbruck.“ Die beschlagnahmten Drogen waren in Paketen zu jeweils einem Kilogramm verpackt gewesen. Bei einem der Verdächtigen wurde das Bargeld in Höhe von 24.000 Euro in „szenetypischen Stückelungen“ sichergestellt, hieß es.
Verdächtiges Fahrzeug führte zu Drogenfund
Zur Sicherstellung des Kokains sei es konkret am 30. April gekommen, berichtete die Leiterin des Tiroler Landeskriminalamtes, Katja Tersch. Am Nachmittag sei eine Streife auf ein „verdächtiges, abgestelltes Fahrzeug mit italienischem Kennzeichen aufmerksam geworden“. Die Person sei beim Anblick der Polizei geflüchtet, jedoch in der Nähe des Hauptbahnhofes festgenommen worden. In dem Wagen wurde das Suchtgift gefunden.
Schließlich wurden dort auch „weitere Verdächtige festgestellt“, die sich größtenteils in Taxis befunden hätten. Offenbar sei dort eine Suchtmittelübergabe an Straßenverkäufer geplant gewesen, berichtete Tersch. Drei daran beteiligte Männer ergriffen die Flucht. Ein Verdächtiger wurde nur wenige Stunden später festgenommen, die weiteren Beschuldigten in den folgenden Tagen.
„Nordafrikanerszene“ in Innsbruck wieder aktiv
Die „Nordafrikanerszene“ in der Tiroler Landeshauptstadt, die die Ermittler bereits vor vielen Jahren eingehend beschäftigt hatte und dann zunehmend verschwunden schien, sei aber noch deutlich größer, berichtete Tomac. Sie umfasse aktuell 45 Tatverdächtige, die in Zusammenhang mit „20,4 Kilogramm an Drogenaufgriffen seit Jahresbeginn stehen“. Die Hintermänner würden in Norditalien sitzen. „Sie organisieren den Drogenschmuggel nach Tirol und sind für die Rekrutierung der aus Nordafrika stammenden Kleindealer zuständig, die wir Ameisen oder Läufer nennen“, erklärte Kirchmair. Diese Läufer würden „für drei oder vier Monate nach Innsbruck geschickt“. Abgesehen davon bereite der Polizei die „steigende Aggressivität“ der Gruppierungen Sorge.
APA/UT24






