von lif 07.05.2026 07:19 Uhr

Zweisprachigkeit im Gesundheitswesen: Antrag im Landtag abgelehnt

Der Südtiroler Landtag hat einen Antrag zur Reform der Sprachzertifizierungen im Gesundheitswesen abgelehnt. Selbst der jüngste Skandal um gefälschte Sprachzertifikate hat keinen Sinneswandel gebracht. Laut dem Team K will nun der Landeshauptmann selbst aber eine Lösung präsentieren.

Bild: APA/THEMENBILD

Der Antrag wurde von Landtagsabgeordnetem und Arzt Franz Ploner bereits in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht. Ziel war eine pragmatische Reform der Sprachzertifizierungen nach dem Vorbild bewährter Modelle aus anderen deutschsprachigen Ländern. Konkret schlug Ploner ein Sprachniveau B2 für die Alltagssprache vor, ergänzt durch eine spezifische C1-Prüfung für den medizinisch-fachlichen Bereich. „Das Thema der Zweisprachigkeit darf nicht auf eine bürokratische oder ideologische Frage reduziert werden: In erster Linie geht es um die Qualität der medizinischen Versorgung, die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und die Funktionsfähigkeit des Systems“, erklärt Ploner. „Die Diskussion wird zwangsläufig wieder aufgenommen werden müssen, denn das Problem bleibt Tag für Tag auf dem Tisch.“

„Niveau wurde nicht gesenkt“

„Es ging nicht darum, das sprachliche Niveau zu senken, sondern praktikable und vernünftige Lösungen zu finden, die dem Personalmangel Rechnung tragen und mit der nötigen Flexibilität Hindernisse überwinden“, betont Ploner. Im Gesundheitswesen zähle vor allem die Fähigkeit, Patienten zu verstehen, die Anamnese korrekt zu erheben sowie Diagnosen und Therapien in deren Muttersprache zu erklären. Die derzeitigen Prüfungen seien zu starr und zu weit von der beruflichen Praxis entfernt.

Auch Paul Köllensperger findet deutliche Worte: „Angesichts endloser Wartelisten und des Personalmangels ziehe ich einen Arzt vor, die oder der mich auf B2-Niveau in meiner Muttersprache ansprechen kann, statt gar niemanden zu haben. Diese Meinung teilen viele Patienten ebenso wie zahlreiche Beschäftigte im Gesundheitswesen. Die heutige Ablehnung zeigt leider, dass dieses reale Bedürfnis nicht ernst genommen wurde.“

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