Neue Züge für die Rittner Bahn

Die bisher eingesetzten Züge stammen ursprünglich von der Schweizer Trogenerbahn auf der Strecke St. Gallen–Trogen und wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut. Nachdem sie in der Schweiz ausgemustert worden waren, übernahm die SAD die Fahrzeuge und setzte sie nach einer optischen Überarbeitung auf der Rittner Bahn ein. Über viele Jahre hinweg galten die Züge als zuverlässiges Rückgrat des Bahnverkehrs auf dem Hochplateau.
Vor der Einführung der Schweizer Fahrzeuge war die Strecke ausschließlich mit historischen Wagen aus den frühen 1900er-Jahren betrieben worden. Deren Kapazität lag zwischen 45 und 90 Fahrgästen. Mit den später übernommenen Schweizer Zügen konnte die Beförderungskapazität auf rund 200 Personen pro Fahrzeug deutlich erhöht werden.
Inzwischen machten sich jedoch die Folgen des hohen Alters immer stärker bemerkbar. Die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) begann deshalb mit der Planung einer Flottenerneuerung. Der Kauf fabrikneuer, speziell für die Strecke angepasster Fahrzeuge hätte Kosten von drei bis fünf Millionen Euro pro Zug verursacht. Daher entschied man sich für eine wirtschaftlichere Alternative auf dem Gebrauchtmarkt.
Fündig wurde die STA beim Verkehrsunternehmen RNV in Heidelberg, wo acht passende Fahrzeuge ausgemustert werden. Nach umfangreichen technischen Prüfungen wurden die Züge als geeignet für den Einsatz auf der Rittner Bahn eingestuft.
Die neuen Fahrzeuge bieten Platz für rund 220 Fahrgäste und verfügen über ein niederfluriges Mittelmodul, das einen barrierefreien Einstieg ermöglicht. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können die Bahn damit künftig ohne die bislang benötigten manuellen Hebebühnen nutzen.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Darin enthalten sind der Ankauf der Fahrzeuge, technische Anpassungen, Lackierung, Transport, Ersatzteile sowie zusätzliche Ersatzdrehgestelle. Die Fahrzeuge selbst konnten zu einem symbolischen Preis übernommen werden.
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (SVP) bezeichnete die Erneuerung als wichtigen Schritt für die Zukunft der Bahn. Durch die Übernahme bereits bewährter Fahrzeuge könne die Kapazität erweitert und gleichzeitig die Qualität des öffentlichen Verkehrs am Ritten verbessert werden. Zudem sei die Lösung wirtschaftlich sinnvoll, nachhaltig und zukunftsorientiert.






