von ih 04.05.2026 17:42 Uhr

„Verrat am eigenen Volk“ – Heftiger Streit um Transitverkehr am Brenner

Die Süd-Tiroler Freiheit und die FPÖ-Tirol haben deutliche Kritik an Landeshauptmann Arno Kompatscher und der Südtiroler Landesregierung geäußert. Hintergrund ist die anhaltend hohe Belastung durch den Transitverkehr entlang der Brennerautobahn, unter der zahlreiche Gemeinden in Nord- und Südtirol leiden.

APA/THEMENBILD

„Legitimer Hilfeschrei einer verzweifelten Bevölkerung“

Nach Angaben von STF und FPÖ sind insbesondere das Inntal, Wipptal, Eisacktal und das Unterland stark betroffen. Täglich führten Verkehrsaufkommen, Lärm und Schadstoffbelastung zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität. Zudem warnen sie vor gesundheitlichen Folgen: „Die dauerhafte Belastung durch Schadstoffe und Verkehrslärm ist aus medizinischer Sicht längst unhaltbar“, heißt es in der Stellungnahme. Besonders gefährdet seien Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke.

Kritik entzündet sich auch daran, dass die Südtiroler Landesregierung in Rom gegen Maßnahmen wie eine Blockade der Brennerroute interveniert haben soll. Dies werde als mangelnde Unterstützung für die eigene Bevölkerung gewertet. „Es ist ein Armutszeugnis, wenn die Landesregierung tatenlos zusieht, wie die eigene Bevölkerung unter der Transitlawine leidet“, erklärt der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll.

Gemeinsam mit seinem Parteikollegen Hannes Rabensteiner sowie Gudrun Kofler von der FPÖ-Tirol stellt er sich hinter die angekündigte Blockade der Brennerautobahn. Diese sei „kein radikaler Protest, sondern ein legitimer Hilfeschrei einer verzweifelten Bevölkerung“. Kofler betont zudem: „Viele Menschen empfinden das Verhalten der Landesregierung als politischen Verrat.“

Strengere Maßnahmen gefordert

STF und FPÖ-Tirol fordern unter anderem strengere Verkehrslenkungsmaßnahmen, Fahrverbote für bestimmte Transporte sowie eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Auch Maßnahmen gegen Ausweichverkehr und eine einheitliche Regelung für ganz Tirol werden verlangt.

„Wenn die Politik versagt, ist es das gute Recht der Bevölkerung, auf ihre Situation aufmerksam zu machen“, so Rabensteiner. Ziel müsse es sein, die gesundheitliche Belastung zu reduzieren und die Lebensqualität entlang der Brennerachse nachhaltig zu verbessern.

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