Wanderung verbindet Wissen über Obstbau und Klimaschutz

Organisiert wird die Initiative von Climate Action South Tyrol, dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz Südtirol sowie Scientists for Future South Tyrol. Unter den Teilnehmern waren Landwirte und Umweltinteressierte, die entlang der Strecke mit Experten über die vielfältigen Funktionen von Apfelanlagen diskutierten – von der Lebensmittelproduktion bis hin zur Bedeutung für Kulturlandschaft und Ökosystem.
Pascal Vullo vom Südtiroler Bauernbund stellte das Potenzial der Agri-Photovoltaik vor. Demnach könnte bereits eine teilweise Überdachung von Obstflächen mit Solarmodulen einen wichtigen Beitrag zur regionalen Stromerzeugung leisten. Gleichzeitig könnten mögliche Ertragseinbußen durch zusätzliche Einnahmen ausgeglichen werden.
Auch wissenschaftliche Perspektiven wurden eingebracht: Lizzie Foley von der Freien Universität Bozen präsentierte Forschungsergebnisse zur Kohlenstoffspeicherung im Boden. Mehrjährige Kulturen wie Apfelbäume tragen dazu bei, Kohlenstoff langfristig in tieferen Bodenschichten zu binden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Zielpunkt der Wanderung war der Telfnerhof, der 2023 zur schönsten Streuobstwiese Südtirols gekürt wurde. Dort stellte Luisa Menestrina von der Universität Innsbruck ihre Forschung zur Wahrnehmung von Ökosystemleistungen vor. Den Abschluss bildete eine Führung durch die Streuobstwiese mit anschließender Verkostung hofeigener Produkte.
Die Veranstaltung zeigte, dass nachhaltig bewirtschaftete Obstanlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können – etwa durch innovative Energiekonzepte, reduzierten Pestizideinsatz und geringere Emissionen entlang der gesamten Produktionskette.
Die „Walk & Talk“-Reihe wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Weitere Termine sind am 27. Mai (CO₂-Monitoring in Wäldern), am 11. Juni (Wasserkraft im Ultental) und am 13. Juli (Sturm Vaia). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen unter www.climateaction.bz






