von mmh 27.04.2026 12:27 Uhr

Studie zeigt: So denken Südtiroler über KI im Gesundheitswesen

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Gesundheitsbereich – doch wie steht die Bevölkerung dazu? Eine neue Studie in Südtirol zeigt: Die Akzeptanz ist grundsätzlich vorhanden, fällt je nach Einsatzgebiet jedoch unterschiedlich aus.

Foto: pixabay

Die Untersuchung wurde vom Institut für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen konzipiert und vom ASTAT durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun im Palais Widmann vorgestellt.

„Künstliche Intelligenz wird die Medizin in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Für uns ist aber klar: KI ist kein Ersatz für Ärzte oder medizinisches Personal, sondern ein Werkzeug“, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner.

Hohe Zustimmung bei einfachen Anwendungen

Die Studie zeigt ein differenziertes Bild: Viele Südtiroler stehen dem Einsatz von KI offen gegenüber – vor allem dann, wenn ein klarer Nutzen erkennbar ist.

So befürworten 47 Prozent den Einsatz von KI zur Unterstützung der eigenen Gesundheitsversorgung. 49 Prozent sind überzeugt, dass KI die Gesundheit der Bevölkerung verbessern kann. Besonders hoch ist die Zustimmung mit 75 Prozent bei organisatorischen Aufgaben wie der Planung und Koordination von Arztterminen.

Skepsis bei sensiblen Eingriffen

Gleichzeitig gibt es auch deutliche Vorbehalte. Rund 45 Prozent der Befragten befürchten, durch den Einsatz von KI die Kontrolle zu verlieren. 32 Prozent stehen Fachpersonen skeptisch gegenüber, wenn diese KI einsetzen.

Vor allem in sensiblen Bereichen wie Beratung, Behandlung oder medizinischen Notfällen wünschen sich viele weiterhin den direkten Kontakt mit medizinischem Personal. Hier wird der Einsatz von KI deutlich kritischer gesehen.

Studienleiter Dietmar Ausserhofer erklärt, dass diese Bedenken ernst genommen werden müssten. Auch Doris Hager-Prainsack betont, dass der Einstieg über einfache, alltagsnahe Anwendungen sinnvoll sei. Transparenz spiele dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere bei der Frage, wer letztlich die Verantwortung trägt.

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb wurde bereits eine eigene Kompetenzstelle für künstliche Intelligenz eingerichtet, die mögliche Einsatzbereiche bewertet. Die Ergebnisse der Studie sollen künftig als wichtige Grundlage für Entscheidungen dienen.

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