Kinder mit Behinderungen: Monitoringausschuss fordert echte Inklusion

„Schule muss ein Ort sein, an dem alle Kinder dazugehören, ernst genommen werden und ihre Fähigkeiten entwickeln können“, betont Isolde Kafka, Vorsitzende des Tiroler Monitoringausschusses. Es gehe nicht um Einzelfälle, sondern um strukturelle Benachteiligungen.
Sowohl die UN-Kinderrechtekonvention als auch die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichten zu gleichberechtigtem Zugang zu Bildung in inklusiven Systemen. Getrennte Bildungseinrichtungen wie Sonderschulen stehen laut internationalen Leitlinien dazu im Widerspruch. Kinder- und Jugendanwalt Lukas Trentini stellt klar, dass sich die Kritik nicht gegen einzelne Einrichtungen oder Fachkräfte richtet: „Wenn Kinder getrennt voneinander aufwachsen, fehlt ihnen die Chance, einander kennenzulernen und voneinander zu lernen.“
Rückmeldungen von betroffenen Kindern und Jugendlichen zeigen: Sonderschulen liegen oft weit vom Wohnort entfernt, was teils Internatsaufenthalte nach sich zieht. Aber auch an Regelschulen erleben Kinder mit Behinderungen Ausgrenzung – von eingeschränkter Unterrichtsteilnahme bis hin zu verbalen und körperlichen Übergriffen.
Als zentralen Baustein für gelingende Inklusion sieht der Monitoringausschuss die Schulassistenz. Die kürzlich beschlossene Richtlinie des Landes Tirol wird grundsätzlich begrüßt, jedoch auch kritisiert: Betroffene wurden bei der Erarbeitung nicht eingebunden, die Vergabekriterien sind unklar, und ein Rechtsanspruch auf Schulassistenz fehlt weiterhin. „Es muss sichergestellt sein, dass Schulassistenz bedarfsgerecht gewährt wird und nicht von budgetären Rahmenbedingungen abhängt“, so Kafka.
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