von ih 23.04.2026 12:22 Uhr

„Fratelli d’Italia verweigern klare Abgrenzung vom Faschismus“

In der gestrigen Sitzung des Regionalrats ist es zu einer heftigen Kontroverse über den Umgang mit faschistischen Ehrenbürgerschaften gekommen. Ein Antrag der Süd-Tiroler Freiheit zur Aberkennung entsprechender Ehrungen – unter anderem für Benito Mussolini – wurde zwar angenommen, jedoch nur, weil die Abgeordneten der Fratelli d’Italia nicht an der Abstimmung teilnahmen.

Sven Knoll hat kein Verständnis für Ehrenbürgerschaften von Benito Mussolini im Jahr 2026 - Foto: STF

Widersprüchliches Verhalten

Kritik kommt insbesondere von Seiten der Süd-Tiroler Freiheit. Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll wirft der Landesregierung und ihrem nationalistischen Koalitionspartner ein widersprüchliches Verhalten vor. Während man sich öffentlich klar vom Faschismus distanziere, fehle es in der Praxis an konsequentem Handeln.

Der angenommene Antrag sieht vor, zunächst zu prüfen, in welchen Gemeinden noch Ehrenbürgerschaften für faschistische Persönlichkeiten bestehen, um deren Abschaffung voranzutreiben. Die Nichtteilnahme der Fratelli d’Italia an der Abstimmung wird von Kritikern jedoch als mangelnde Abgrenzung gewertet.

Konsequenzen gefordert

Brisant ist dabei der Widerspruch zum Regierungsprogramm, in dem sich die Koalition ausdrücklich gegen jede Form von Totalitarismus ausspricht. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nun Konsequenzen und verlangt von Landeshauptmann Arno Kompatscher eine klare Positionierung gegenüber dem Koalitionspartner.

Darüber hinaus fordert die STF auch symbolische Schritte: So solle das Land künftig auf den Begriff „Alto Adige“ verzichten und stattdessen die Bezeichnung „Sudtirolo“ verwenden, um sich stärker von der faschistischen Vergangenheit zu distanzieren.

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