von mmh 22.04.2026 12:49 Uhr

Schützenbund kontert SVP: „Statt Antworten gibt es nur Ablenkung“

Zwischen dem Südtiroler Schützenbund und der Südtiroler Volkspartei ist ein offener Schlagabtausch entbrannt. Landeskommandant Christoph Schmid weist die jüngsten Vorwürfe der SVP entschieden zurück und stellt klar: Seine Kritik habe sich nicht gegen die Partei gerichtet, sondern gegen den Führungsstil des Landeshauptmannes und offene politische Fragen.

(Foto: © SSB/Federico Garbellini)

Schmid betont, dass er die SVP in seiner Rede bei der 61. Ordentlichen Bundesversammlung weder angegriffen noch namentlich erwähnt habe. Umso bemerkenswerter sei es, dass die Antwort nicht vom Landeshauptmann selbst komme, sondern in Form einer nicht unterzeichneten Presseaussendung der Partei. Diese lasse zudem offen, wer konkret Verantwortung in der Landespolitik oder im römischen Parlament trage.

Kritik an Vorgehen bei Autonomiereform

Auch den Vorwurf, der Schützenbund greife die Autonomiereform pauschal an, weist Schmid zurück. In seiner Rede sei diese nur am Rande thematisiert worden. Vielmehr gehe es um grundlegende Fragen: Mit welchem Auftrag und auf welcher Basis sei der Landeshauptmann nach Rom gereist? Und warum seien die Ergebnisse des Autonomiekonvents, an denen das Südtiroler Volk über zwei Jahre hinweg mitgearbeitet habe, offenbar kaum berücksichtigt worden?

Der Schützenbund erinnert daran, sich aktiv und konstruktiv in den Konvent eingebracht zu haben. Gerade deshalb erwarte man nun klare Antworten. Bereits im Mai 2025 habe der Verband eine Resolution zur Autonomiereform verabschiedet und an alle Abgeordneten übermittelt – eine Rückmeldung sei bislang ausgeblieben.

Vorwürfe und Klarstellungen

Schmid weist auch weitere Darstellungen entschieden zurück. So sei es unzutreffend, dass auf der Bundesversammlung Kritik am Tennisspieler Jannik Sinner geäußert worden sei. Tatsächlich habe man lediglich an einen offenen Brief erinnert, den der Schützenbund im Herbst an ihn gerichtet hatte.

Auch der Vorwurf, einzelne Politiker seien bevorzugt oder gedrängt worden, entspreche nicht der Wahrheit. Alle Politiker seien am selben Tag schriftlich eingeladen worden, ohne zusätzliche telefonische Aufforderungen. Im vergangenen Jahr habe einzig Landesrätin Rosmarie Pamer Grußworte überbracht, mit der man weiterhin in einem konstruktiven Austausch stehe.

„Südtirol braucht Antworten“

Abschließend unterstreicht Schmid den überparteilichen Charakter des Schützenbundes. In den eigenen Reihen gebe es unterschiedliche politische Ansichten, dennoch sehe man es als Aufgabe, Missstände klar anzusprechen.

„Wer auf konkrete Fragen keine Antworten gibt, sondern stattdessen Nebelgranaten wirft, bestätigt am Ende nur den Eindruck einer politischen Führung, die dünnhäutig geworden ist“, so Schmid.

Der Schützenbund fordert die SVP auf, sich mit den inhaltlichen Fragen auseinanderzusetzen. „Südtirol braucht Antworten, Haltung und politische Führung – keine Ablenkung.“

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