Österreichs langer Weg zurück zur WM – Von 1998 bis 2026

Rückblick: Österreichs letzte WM-Teilnahme 1998
Die bisher letzte WM, bei der Österreich am Start war, liegt fast drei Jahrzehnte zurück: Bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich war das ÖFB-Team unter der Leitung von Trainer Herbert Prohaska vertreten. Der Kader bestand aus prägenden Spielern wie Torhüter Wolfgang Knaller, Verteidigern Martin Hiden und Anton Pfeffer, Mittelfeldlenker Andreas Herzog und Stürmern wie Toni Polster und Ivica Vastić.
In der Gruppenphase bekam es Österreich mit Kamerun, Chile und Italien zu tun – drei Gegner, die bereits damals große internationale Erfahrung mitbrachten. Zum Auftakt gelang dem ÖFB-Team ein wichtiges 1:1 gegen Kamerun, ein Ergebnis, das Hoffnung auf ein mögliches Weiterkommen weckte. Auch gegen Chile spielte Österreich lange solide, ehe Ivica Vastić mit einem späten Treffer erneut ein 1:1 sicherte und das Team im Turnier hielt. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Italien traf Andreas Herzog per Elfmeter und brachte Österreich kurzzeitig zurück ins Spiel, doch die Italiener setzten sich am Ende mit 2:1 durch. Mit zwei Remis und einer knappen Niederlage verpasste Österreich schließlich den Einzug in die K.-o.-Phase – und damit auch die Chance auf eine Endrundenteilnahme.
Der lange Weg seit 1998: Aufbau, Krisen und neuer Aufbruch
Nach dem Aus 1998 verliefen die Folgejahre schwierig: In zahlreichen Qualifikationen für die Weltmeisterschaften verpasste Österreich das Endrunden-Ticket immer wieder. Besonders bitter war etwa die WM-Quali 2002, in der man bis zuletzt im Rennen war, am Ende jedoch hinter Spanien und Israel zurückblieb. Auch die Qualifikation für 2006 brachte Hoffnungen, doch nach einem schwachen Start lief das Team früh hinterher und verpasste erneut das Ziel. Die Versuche für die WM 2010 und 2014 endeten ähnlich – mal scheiterte man knapp, mal lief die gesamte Kampagne von Beginn an nicht rund. In dieser langen Phase des Wartens wuchs der Wunsch spürbar, international endlich wieder auf höchstem Niveau vertreten zu sein und eine Rolle bei einer Weltmeisterschaft zu spielen.
Bis der Neuanfang unter Trainer Ralf Rangnick gelang, der das Team strukturell neu formierte, junge Talente integrierte und das Ziel WM 2026 konzentriert verfolgte.
Der Durchbruch: Qualifikation 2025
Der entscheidende Moment kam am 18. November 2025 im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Österreich brauchte gegen Bosnien-Herzegowina mindestens ein Unentschieden, um die direkte Qualifikation aus eigener Kraft zu schaffen – und genau das gelang. Bosnien ging durch Haris Tabaković früh in Führung, doch Michael Gregoritsch erzielte in der 77. Minute den so wichtigen Ausgleichstreffer.
Damit beendet Österreich seine WM-Durststrecke von 28 Jahren und sichert sich den ersten Platz in der Qualifikationsgruppe H.  Bosnien-Herzegowina, der direkte Konkurrent, verpasst den Gruppensieg und muss über die Play-offs gehen.
Das aktuelle ÖFB-Team & die Perspektive für die WM 2026
Experten sehen Österreich trotz der starken Konkurrenz gut gerüstet für das WM-Turnier. Dank einer gefestigten Mentalität, klarer Spielidee und einer Mannschaft, die in den vergangenen Jahren sichtbar zusammengewachsen ist, trauen viele Analysten dem ÖFB-Team zu, bei der WM nicht nur mitzuhalten, sondern auch Akzente zu setzen. Der Fußballanalyst Lukas Hinterseer (ORF) betonte zuletzt, dass Österreich „eine der geschlossensten und charakterstärksten ÖFB-Auswahlen seit Jahrzehnten“ stellt und deshalb „gegen große Nationen nicht mehr Außenseiter im klassischen Sinn ist“. Auch Teamchef Ralf Rangnick hob mehrfach hervor, dass es die kollektive Energie, die „besonderen Typen“ im Kader und die „klare Bereitschaft, füreinander zu laufen“ seien, die dieses Team auf ein höheres Niveau heben. Spieler aus dem aktuellen Kader beschrieben intern immer wieder, wie stark der Zusammenhalt sei und wie sehr man das Gefühl habe, „als Gruppe schwierige Phasen gemeinsam tragen zu können“.
Diese Mischung aus Stabilität, Selbstvertrauen und taktischer Disziplin lässt Experten davon ausgehen, dass Österreich bei der WM 2026 ein Gegner wird, den Topteams ernst nehmen müssen – weil das Team nicht nur individuell stärker geworden ist, sondern vor allem mental und strukturell auf einem Niveau agiert, das internationalen Vergleich nicht scheut.
Gute Position für die Gruppen-Auslosung
Für die bevorstehende WM-Auslosung am 5. Dezember in Washington geht Österreich mit einer guten Ausgangslage ins Turnier. Das Nationalteam wird offiziell aus Topf zwei gelost, nachdem die FIFA die Lostöpfe veröffentlicht hat und alle Play-off-Sieger automatisch in Topf vier gesetzt werden. Eine kurz diskutierte Variante hätte Österreich in Topf drei geführt, doch die bestätigte Einordnung erspart dem Team nun schwere Kaliber wie Kroatien, Marokko oder Uruguay. In Topf eins warten dagegen Hochkaräter wie Argentinien, Brasilien, Deutschland sowie die drei Gastgeber USA, Mexiko und Kanada, gegen die Österreich bei der Auslosung potenziell antreten könnte.
Nach 28 Jahren ist das Team zurück auf der Weltbühne. Es ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern ein symbolischer Moment für eine neue Generation. Mit Ralf Rangnick am Ruder, erfahrenen Profis und jungen Talenten hat Österreich nun die Chance, bei der WM 2026 ein starkes Zeichen zu setzen. Dieser Qualifikationssieg könnte der Beginn einer erfolgreichen neuen Ära sein.






