von lif 26.11.2025 08:27 Uhr

Nikolaus und Krampus: Alte Bräuche, neue Diskussionen

Nikolaus und Krampus gehören in Tirol seit Jahrhunderten fest zur Adventszeit. Die beiden Figuren treten in allen Tiroler Landesteilen auf. Oft gemeinsam, manchmal aber auch getrennt.

Der Nikolaus geht auf den heiligen Bischof von Myra aus dem vierten Jahrhundert zurück und ist er bis heute als Symbol für Güte, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft bekannt. Er trägt die Bischofsmütze und mit Stab und verteilt traditionell Nüsse, Mandarinen und Süßigkeiten an brave Kinder.

Der Krampus  ist dagegen eine vorchristliche Schreckgestalt. Er begleitet den Nikolaus oder tritt bei Umzügen einzeln auf. Er trägt eine geschnitzte Holzmaske mit Hörnern, Fellgewand, schwere Glocken und führt eine Rute oder Kette mit sich. Der Krampus soll bewusst furchteinflößend wirken.

Aufwendige Masken und große Läufe

In Südtiroler gehören die Krampusläufe mittlerweile zu den spektakulärsten im Alpenraum. Wie Medienberichte mitteilen, findet der älteste Krampuslauf Südtirols in Toblach statt, wo sich laut Veranstalterangaben jährlich über 600 Krampusse und Perchten versammeln. Auch in Sexten und Pichl ziehen hunderte Maskenträger durch die Straßen.

Oftmals enden die Umzüge aber auch traditionell mit dem Erscheinen des Nikolaus, der sinnbildlich den Sieg des Guten über das Böse zeigen soll. Auch in Osttirol gelten die Krampusläufe als besonders urtümlich. Im Defereggental wird auch das sogenannte „Tischziehen“ gepflegt: Männer stemmen sich hinter einen schweren Holztisch, während die Krampusse so lange Druck ausüben, bis dieser kippt. 

Nach Angaben der örtlichen Kulturvereine zeigt das Klaubaufmuseum in Matrei kunstvoll geschnitzte Masken. Der Ablauf ist l klar strukturiert: Am 5. Dezember ziehen Nikolaus, Engel und Klaubauf gemeinsam durchs Dorf. Am Abend folgt das traditionelle „Ausläuten“, bei dem laut den Beschreibungen der Nikolaus den Klaubauf zurechtweist. Ein weiteres Ritual, das symbolisieren soll, dass am Ende das Gute gewinnt.

In Nordtirol steht laut Berichten der Nikolaus stärker im Vordergrund. Er besucht laut den Angaben vieler Gemeinden Häuser, Kindergärten und Märkte, meist begleitet von Engeln und seltener von Krampussen. Mehrere Berichte heben hervor, dass diese Besuche oft weniger spektakulär, dafür familiärer gestaltet sind.

Ausstattung und Masken

Berichte aus allen drei Landesteilen zeigen, dass die Krampusausstattung sehr ähnlich ist. Die Kostüme bestehen aus Holzmasken, Ziegenfellen, schweren Glocken und einer Rute oder Kette. Wie Handwerker mitteilen, stammen besonders kunstvolle Larven häufig aus Südtiroler Tälern wie dem Ahrntal.

Kontroversen und Kritik

Laut mehreren Medienberichten kam es in den vergangenen Jahren vereinzelt zu Gewalt bei Krampusläufen. So wurden beispielsweise bei einem Vorfall in Osttirol 2013 mehrere Personen verletzt. Nach Angaben der Polizei kam es zudem im Ötztal zu Ausschreitungen bei einem unangemeldeten Krampuslauf, bei dem Autos beschädigt und Beamte attackiert wurden.

Einige Veranstaltungen wurden laut Veranstalterangaben sogar abgesagt, darunter ein traditionsreicher Lauf in Zams nach Unruhen im Vorjahr. Psychologen weisen darauf hin, dass der Brauch teilweise auf „schwarzer Pädagogik“ beruhe und für manche Kinder belastend sein könne.

Zusätzlich gibt es immer wieder kritische Stimmen aus der Bevölkerung. Nach Angaben verschiedener Leserreaktionen und Kommentarspalten bemängeln viele Bürger, dass sich mittlerweile „alles mehr um den Krampus dreht als um den Nikolaus“. Wie diese Stimmen mitteilen, habe sich der Fokus vieler Veranstaltungen stark hin zu spektakulären Krampusläufen verschoben, während die eigentliche Nikolaustradition in den Hintergrund rücke.

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