von ih 19.09.2025 08:37 Uhr

Abriss von Siegesdenkmal in Bozen gefordert

Die jüngsten Pläne zur erneuten Restaurierung des faschistischen Siegesdenkmals in Bozen stoßen auf heftige Kritik. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht sich klar gegen den Einsatz weiterer öffentlicher Gelder für das umstrittene Monument aus und fordert stattdessen den endgültigen Abriss.

Der bröckelnde Faschistentempel in Bozen - Foto: STF

Italien an Aufarbeitung nicht interessiert

„Marmor, Stein und Eisen bricht – aber der Faschismus nicht!“, erklärt Peter Brachetti, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit in Bozen.

Angesichts knapper öffentlicher Mittel sei es „ein Schlag ins Gesicht aller Tirolerinnen und Tiroler“, wenn Millionenbeträge in die Sanierung eines Bauwerks fließen, das von Beginn an der Unterdrückung der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung in Südtirol diente.

Brachetti wirft Italien vor, bis heute eine ernsthafte Aufarbeitung seiner faschistischen Vergangenheit zu verweigern. Stattdessen würden Symbole wie das Siegesdenkmal mit Steuergeld konserviert: „Hohe Summen sollen wieder in diesen Tempel der Erniedrigung fließen. Auf die Befindlichkeiten der Tiroler wird gespuckt, während man den Neo-Faschisten des 21. Jahrhunderts einen weiteren Gefallen tut.“

„Wer es aufpoliert, verherrlicht den Geist des Faschismus“

Auch Werner Thaler aus der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit kritisiert die geplanten Investitionen scharf: „Während Deutschland seine Geschichte aufgearbeitet und aus seinen Fehlern gelernt hat, scheint es das wirtschaftsgebeutelte Italien notwendig zu haben, seinen Stolz aus den Tagen des historischen Unrechts immer wieder neu zu polieren.“

Das 1928 errichtete Siegesdenkmal gilt seit Jahrzehnten als Symbol für die italienische Machtdemonstration und die forcierte Italianisierung Südtirols. Für die Süd-Tiroler Freiheit ist es „das trennendste Element in ganz Südtirol“.

Die politische Bewegung fordert daher, sämtliche Sanierungsarbeiten einzustellen und das Denkmal endgültig zum Abriss freizugeben. „Dieses Monument steht für Unterdrückung, nicht für Erinnerung. Wer es aufpoliert, verherrlicht den Geist des Faschismus – statt ihn endlich zu überwinden“, so die abschließende Botschaft der STF.

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