von ih 09.06.2026 19:20 Uhr

Forum Alpbach stellt Frage nach Erfolg Europas

Das Europäische Forum Alpbach (EFA) stellt von 24. August bis 4. September den Erfolg Europas ins Zentrum. Unter dem Motto „How Europe wins“ kommen zum 81. Mal hunderte Stipendiaten, Kongressteilnehmer, Politiker und Wirtschaftstreibende ins „Dorf der Denker“, um zu diskutieren. EFA-Präsident Othmar Karas hielt am Dienstag bei einem Pressegespräch in Innsbruck fest, „offen für jede Meinung und jeden Dialog zu sein“ und hielt dabei nicht mit Kritik an der FPÖ hinterm Berg.

APA/EXPA/JOHANN GRODER

Das Forum sei dafür da, „unterschiedliche Meinungen auszutragen“, sagte der ehemalige ÖVP-Politiker und Vizepräsident des EU-Parlaments. Er würde daher jedenfalls Vertreter der FPÖ – die in der Vergangenheit regelmäßig Kritik am Forum geübt und es etwa als „Eliten-Auflauf“ bezeichnet hatte – in Alpbach begrüßen. Karas meinte dennoch, dass Nationalisten – und da zählte er die Freiheitliche Partei dazu – das „europäische Projekt“ und die „Zusammenarbeit“ nicht wollen würden. Die liberale Demokratie, die auf Konsens und Dialog ausgelegt sei, sei ihnen ein „Dorn im Auge“. Das EFA biete keine „Plattform gegen das europäische Projekt“.

Das Europäische Forum sei definitiv kein „Nischentreffen“, sagte Karas, der gleichzeitig von „Herausforderungen“ für das Forum sprach. „Wir müssen jeden Euro umdrehen“, das Budget 2026 sehe aber eine „schwarze Null“ vor. Für das gesamte Jahr sei ein Budget von sechs Millionen Euro vorgesehen, das Vorjahr wurde mit einem Minus von 1,6 Millionen Euro abgeschlossen, hieß es.

Über 500 Stipendiaten und Aschbacher bei Euregio Days

Karas, der seit vergangenem Jahr die Position des Alpbach-Präsidenten bekleidet, gab bei dem Pressetermin im Innsbrucker Landhaus gemeinsam mit Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) erste Einblicke in das diesjährige Programm. Einmal mehr hätten sich über 6.000 junge Menschen für ein Stipendium beworben, nach einem Auswahlverfahren werden schließlich über 500 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus mehr als 40 Ländern erwartet. Erstmals wurden für das Programm auch Menschen ohne akademischen Hintergrund zugelassen, freute sich Mattle, der von einer „Öffnung“ sprach. Dies sei wichtig, um eine „Spaltung der Gesellschaft“ zu verhindern.

Darüber hinaus stehen die „Euregio Days“ inklusive der Verleihung von „Euregio Awards“ (JungforscherInnenpreis und Innovationspreis) im Zentrum des Kongresses im Tiroler Unterland. Neben EU-Kommissar Magnus Brunner und Kata Tüttö, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, wird der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, beim „Euregio Summit“ am 30. August sprechen. Für Mattle gehe es darum zu zeigen, dass in Europa „exzellente wissenschaftliche Leistungen“ erbracht werden. Auch aus der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino würden Beiträge für ESA-Projekte geleistet.

Weiters werden die „Academy Days“ und die „Conference Days“ abgehalten. Während letzterer wird an jedem Abend ein Schwerpunkt – wie „Handlungsfähigkeit und Erneuerung“ oder „Technologie und Gesellschaft“ – beleuchtet. Das gesamte Programm sei indes noch nicht fixiert, sprach Karas von einem noch nötigen „Feinschliff“.

(Inter)nationale Politprominenz und ein Nobelpreisträger marschieren auf

Während der Kongresstage wird jedenfalls auch einiges an nationaler und internationaler Politprominenz erwartet. Der Großteil der Bundesregierung hat sich laut Karas angekündigt, auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird mit einem – noch nicht bekannt gegebenen – internationalen Gast kommen. Zudem werden die EU-Sonderbeauftragte Mairead McGuinness, Georgiens Präsidentin Salome Zourabichvili, Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz und Lea Ypi von der London School of Economics erwartet.

Das diesjährige Programm gliedert sich in drei Säulen. Zu Beginn stehen die „Academy Days“ (24. bis 30. August), in der Mitte werden die „Euregio Days“ (28. bis 30. August) abgehalten. Am 30. August findet der traditionelle „Tirol-Tag“ statt, an dem einmal mehr ein „Landesüblicher Empfang“ im Dorfzentrum sowie Grußworte der Politik geplant sind. Am Nachmittag steht dann die offizielle Eröffnung des Forums am Programm, gleichzeitig bildet der 30. August den Startschuss für die bis 4. September dauernden „Conference Days“.

apa

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