von ag 11.05.2024 15:36 Uhr

AVS sieht Übererschließung als eine Fehlentwicklung

Auf der 118. Hauptversammlung im Alpenverein Südtirol zeigte sich AVS-Präsident Georg Simeoni zufrieden mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen. Er kündigte an, dass der AVS weiterhin auf Fehlentwicklungen hinweisen werde, denn der Natur- und Umweltschutz ist ein wichtiges Vereinsziel.

Foto: AVS

Zufrieden zeigte sich Simeoni mit den Entwicklungen im Verein, heißt es in einer Aussendung des AVS. „Dass die Mitgliederzahl auf 78.000 gestiegen ist, beweist einmal mehr, dass die Arbeit des AVS Anerkennung findet und dass man gerne in der großen Familie des Alpenvereins dabei ist“, so AVS-Präsident Georg Simeoni. „Gemessen an der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung ist jeder fünfte Südtiroler Mitglied im Alpenverein, das ist die höchste Dichte in einem alpinen Verein weltweit“.

Übererschließung als Fehlentwicklung

Als eine Fehlentwicklung nannte Simeoni die Übererschließung mit Infrastrukturen wie Aufstiegsanlagen, Straßen, Hotels und Skipisten. Hier brauche es einen respektvolleren Umgang mit der Natur und Landschaft. Eine Fehlentwicklung, auf die der AVS schon seit über 20 Jahren hinweist, ist die Verkehrssituation auf den Dolomitenpässen. Ähnlich tatenlos sei der Umgang mit den vielen Helikopterflügen zu touristischen Zwecken. Hier brauche es keine neuen Gesetze oder Regelungen, es gibt bereits genügend Möglichkeiten, effektiv einzugreifen, erinnerte Simeoni. Zudem habe der AVS nach der Ernennung der neuen Landesregierung seine Anliegen und Themen unterbreitet.

Umwelt und Klima

In einem Impulsreferat brachte Universitätsprofessor Georg Kaser einige Punkte zum Nachdenken und Umsetzen mit. Unter dem Titel „Die Klimakrise ist da! Wie geht es weiter?“ ging Kaser, der auch am letzten Bericht des Weltklimarates (IPCC) mitgearbeitet hat, auf die Häufung und signifikante Zunahme von extremen Ereignissen ein. Erste Hinweise auf irreversible Veränderungen im Klimasystem würden sich bereits bemerkbar machen. Handlungen müssten sehr schnell, tiefgreifend und konsequent genutzt und umgesetzt werden.

In diesem Zusammenhang haben die AVS-Sektion Bozen, die Ortsstelle Bruneck und die Jugendgruppe Ladinia den AVS-Umwelt- und Klimapreis erhalten. Und zwar benutzten sie bei den Hin- und Rückfahrten ihrer Vereinstouren vorwiegend öffentliche Verkehrsmittel, sie hielten ihre Versammlungen als Green-Event ab oder verwendeten bei ihren Veranstaltungen regionale Produkte.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Ein Höhepunkt der heurigen AVS-Hauptversammlung war die Überreichung der Ehrenmitgliedschaft an Mimi Ranzi Vonmetz und Jörg Mayr. Mimi Ranzi, Ehefrau des ehemaligen, langjährigen AVS-Präsidenten Luis Vonmetz, hat über Jahrzehnte selbst im Alpenverein mitgeholfen und Vieles mitgestaltet. Gleichzeitig hätte ohne ihre Mithilfe, ihr Entgegenkommen, ihr Verständnis und ihre Offenheit Luis Vonmetz nicht die wertvolle Arbeit im AVS leisten können.

Jörg Mayr kletterte in den 60er-Jahren die schwierigsten Routen frei. Ihm gelangen bedeutende Erstbegehungen in den Dolomiten. Ab 1972 leitete Mayr als Bergführer über 20 Jahre die Kletterkurse im AVS, vorwiegend für die AVS-Jugend, aber auch für Erwachsene und für den BRD. Tausende von AVS-Mitgliedern lernten von ihm das 1×1 des Kletterns, das Sichern und Standbauen.

Wahlen für das Landesgremium

Im AVS werden die Gremien für drei Jahre bestellt. Heuer standen zahlreiche Neuwahlen an, so auch die Stelle des Präsidenten. Georg Simeoni stellte sich zur Wiederwahl und wurde im Amt bestätigt.  Bestätigt wurden weiters Michael Grünfelder als Referent für Alpine Führungskräfte, Peter Righi als Referent für Kultur, Klaus Bliem als Referent für Natur & Umwelt sowie Peter Warasin als Referent für Bergsport. Das Referat Hütten wurde mit dem Referat Wege zusammengelegt und Martin Knapp ist Referatsleiter, nachdem sich der bisherige Wegereferent Helmuth Scartezzini nicht mehr der Wahl stellte. Klaus Kofler ist der neue Referatsleiter Sportklettern und Stephan Vale übernimmt das Referat Rechtswesen. Die bisherigen Referatsleiter Ernesto Scarperi und Ivo Tschurtschenthaler stellten sich nicht mehr der Wahl.

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