Nordzulauf zum Brennerbasistunnel bleibt auf Schiene

In den vergangenen Wochen war das Vorhaben im Zuge einer Überprüfung des ÖBB-Rahmenprogramms auf den Prüfstand geraten. Aus Spargründen stand eine mehrjährige Verschiebung der Bauarbeiten im Raum, was auch den Fertigstellungstermin deutlich nach hinten verschoben hätte.
Für Südtirol ist die Entscheidung von großer Bedeutung. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider betonen, dass der Brennerbasistunnel (BBT) nur gemeinsam mit leistungsfähigen Zulaufstrecken seine volle Wirkung entfalten könne. Ziel sei es, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit den Brennerkorridor langfristig zu entlasten.
Die Tiroler Landesregierung hatte sich zuvor klar gegen eine Verschiebung ausgesprochen und auf Bundesebene interveniert. Der Abschnitt zwischen Radfeld und Schaftenau im Tiroler Unterinntal soll nun wie geplant realisiert werden.
„Der Brennerkorridor braucht dringend sowohl den Brennerbasistunnel als auch leistungsfähige Zulaufstrecken, um eine attraktive und hochleistungsfähige Alternative zur Straße anbieten zu können“, erklärt Kompatscher. Die Entscheidung Österreichs, weder bei der Finanzierung noch beim Zeitplan Abstriche zu machen, sei ein wichtiges Signal – auch in Richtung Deutschland und Italien. Der Ausbau des Korridors könne nur durch die gemeinsame Anstrengung aller beteiligten Regionen und Staaten gelingen.
Alfreider verweist zudem auf die Fortschritte beim Bau des Brennerbasistunnels selbst. Noch in diesem Jahr sollen die Grabungsarbeiten abgeschlossen werden. „Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes Licht am Ende des Tunnels sehen“, sagt der Mobilitätslandesrat. Gleichzeitig kündigt er Verbesserungen im Bahnangebot an: Bereits gegen Jahresende sollen neue Frecciarossa-Verbindungen zwischen Mailand und München sowie zwischen Rom und München über den Brenner eingerichtet werden. Dies zeige, dass sich die Bahnunternehmen bereits auf die künftige Inbetriebnahme des Tunnels und der Zulaufstrecken vorbereiten.
Abschließend bekräftigten Kompatscher und Alfreider, dass Südtirol gemeinsam mit den Partnerregionen Nord- und Osttirol, Welschtirol und Bayern weiterhin auf den vollständigen Ausbau aller Zulaufstrecken entlang des Brennerkorridors drängen werde. Nur so könne das volle Potenzial des Brennerbasistunnels für den Personen- und Güterverkehr ausgeschöpft werden.






