von hm 15.09.2021 07:50 Uhr

Die „Klauber“ kommen: Bringen sie die „fünfte Welle“?

Wieder strömen tausende „Klauber“ aus aller Herren Länder zur Erntezeit nach Südtirol. „Das ist ein Risikobereich. Das haben wir empirisch feststellen müssen“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz am Dienstag.

Tausende Erntehelfer befinden sich derzeit im Land. (Symbolbild/Pixabay)

Etwa 16.000 sogenannte „Klauber“ kommen laut offizieller Statistik jährlich im Herbst nach Südtirol. Hauptsächlich stammen sie aus Rumänien, Slowakei, Polen, Bulgarien und Italien. Im Oktober befinden sich gleich mehrere Tausend davon gleichzeitig im Land.

„Signifikant höheres Risiko“

Wie die Ankunft so vieler Leute in Zeiten der Pandemie kontrollieren? LH Kompatscher sagte diesbezüglich nach der gestrigen Sitzung der Landesregierung: „Wir haben dem Sanitätsbetrieb einen klaren Auftrag gegeben, zusammen mit den bäuerlichen Organisationen ein Screening zu organisieren.“

Die Ankunft der Erntehelfer sei ein „signifikant höheres Risiko“ und in den Krankenhäusern müssten bereits an Covid-19 erkrankte Erntehelfer versorgt werden. „Da muss zusätzlich getestet werden.“ Zwar gelten die Einreisebestimmungen auch für die Erntehelfer, jedoch werde hier kaum kontrolliert. Landesrat Thomas Widmann befürchtete außerdem, dass manche Erntehelfer aus „Osteuropa“ mit gefälschten Corona-Zertifikaten ins Land kämen, also weder genesen, getestet, noch geimpft seien.

Keine rechtlichen Grundlagen

Laut Landeshauptmann wird das Test-Material – es dürften einfache Selbsttests werden – dafür kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dennoch gibt es hier keine rechtliche Grundlage und alles läuft auf Freiwilligkeit hinaus – dies vor dem Hintergrund, dass ein positives Ergebnis für den „Klauber“ mit Quarantäne und damit Einkommensverlust einhergeht.

Nun sollen die Landwirte und deren Organisationen selbst ihre Erntehelfer kontrollieren – wiederum ohne rechtliche Grundlage. Die Landesregierung verzichtet seit geraumer Zeit auf jeglichen autonomen Weg. Es soll dazu jedoch diese Woche Gespräche und Beratungen mit dem Gesundheitsdienst und der Landesregierung geben.

Es fehlt, um eine mögliche „Corona-Welle der Erntehelfer“– bei gleichzeitig enormem Impfdruck auf die einheimische Bevölkerung – zu unterbinden, an klaren Vorgaben und einer Strategie. Und das nur wenige Tage vor dem Höhepunkt der Erntesaison.

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