von hz 07.09.2021 10:58 Uhr

Italienischer Ministerpräsident a.D. bewertet Südtirolaktivisten positiv

Am vergangenen Sonntag wurde der Tag der Autonomie am Silvius-Magnago-Platz in Bozen begangen. Unter den Ehrengästen war auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi. Mit seiner Aussage zu den Attentaten in den 60er Jahren hat er viele positiv überrascht.

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi - Bild: Screenshot aus Tagesschau auf RAI Südtirol vom 05.09.2021

In seiner Festrede erinnerte Prodi an die schwierigen Verhandlungen nach dem Zweiten Weltkrieg. „Es ist zuerst dem Geschick zweier Führungspersönlichkeiten zu verdanken, dass so eine weitsichtige Übereinkunft getroffen wurde und dann zweier lokaler Politiker, die verstanden haben, das Abkommen in die Praxis umzusetzen.“

Auf die Frage, ob die Bombenattentate in den 60er-Jahren die Verhandlungen beschleunigt oder gebremst haben, antwortet Prodi, der von 1999 bis 2004 auch Präsident der Europäischen Kommission gewesen war, gegenüber RAI Südtirol: „Die Attentate haben deutlich gemacht, dass man so nicht weitermachen konnte. Sie haben die damalige Not in etwas Konstruktives verwandelt.“

Magnago: „Wenn diese Taten nicht passiert wären, hätte es keine 19er Kommission gegeben“

Es ist das erste Mal, dass ein namhafter italienischer Politiker sich offen positiv zu den Anschlägen der 1960er Jahre äußert. Anders in Südtirol: Der damalige Landeshauptmann und Parteiobmann der „Südtiroler Volkspartei“ (SVP) Dr. Silvius Magnago hatte sich wiederholt in diese Richtung geäußert. „Wenn diese Taten nicht passiert wären, hätte es keine 19er Kommission gegeben“, so Magnago am 30. August 1994 im Österreichischen Fernsehen. Bereits Jahre zuvor war Magnago im „Volksbote“ vom 8. April 1976 vor allem im Bezug auf die Auswirkung der Anschläge auf die Autonomie noch deutlicher geworden. „Die Anschlage von damals und die darauffolgenden Prozesse gehören, genau wie vieles andere, zur Nachkriegsgeschichte Südtirols und stellen einen bedeutenden Beitrag zu dieser Geschichte und zur Erreichung einer besseren Autonomie für Südtirol dar.“

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