von hz 22.08.2021 19:20 Uhr

Buch zu „60 Jahre Feuernacht“ erschienen

Vor 60 Jahren erschütterte ein Ereignis Europa und lenkte das Interesse der ganzen Welt auf die von Italien seit Ende des Weltkrieges ungebrochen fortgesetzte faschistische Politik der staatlich geförderten Unterwanderung und Unterdrückung Südtirols. Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, hat dazu nun ein Werk veröffentlicht.

Bild: Roland Lang

In Südtirol wurden in der Herz-Jesu-Nacht (11. auf 12. Juni 1961) an die 40 Hochspannungsmasten gesprengt oder schwer beschädigt. Der „Donnerschlag“ der Feuernacht vereitelte das Vorhaben eines geplanten Ausbürgerungsgesetzes – eines wahrhaft gigantischen Anschlages auf die deutsche und ladinische Volksgruppe – und zwang die römische Regierung, in Verhandlungen mit der SVP eine politische Lösung zu suchen, schreibt Roland Lang, der Obmann des von ehemaligen Freiheitskämpfern und politischen Häftlingen gegründeten „Südtiroler Heimatbundes“ (SHB), in einer Aussendung. „Der Preis, den zahlreiche Freiheitskämpfer bezahlten, war jedoch ein schrecklicher: Folter, Tod, Erniedrigung – in einem Ausmaß, welches man im zivilisierten Mitteleuropa nach Hitler und Mussolini nicht mehr für möglich gehalten hatte“, so Lang.

Er hat das damalige dramatische Geschehen in mehreren Presseaussendungen einer breiten Öffentlichkeit wieder in Erinnerung gerufen (UT24 berichtete über alle Dokumentationsteile) und eine Zusammenfassung nun in Buchform veröffentlicht. Das Werk ist reich bebildert und mit Dokumenten in Faksimile-Wiedergabe ausgestattet, die von einer historischen Arbeitsgruppe zusammengestellt wurden.

Buch „Feuernacht“ – im Hintergrund Teilnehmer der Kundgebung auf Schloss Sigmundskron 1957 – Bild: Roland Lang

„Was diese Männer zusammen mit ihren Frauen für die Heimat geleistet und erlitten haben, darf nicht der Vergessenheit anheimfallen“, erklärt Roland Lang im Vorwort über die Freiheitskämpfer der 1960er Jahre. „Ihnen ist die heutige Autonomie maßgeblich zu verdanken, hat Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago immer wieder betont. Ihre Aktionen haben die staatlich geförderte italienische Zuwanderung aus dem Süden zum Stillstand gebracht und in der Folge hat sogar wieder eine Abwanderung stattgefunden.“

An diesen Freiheitskämpfern sei der perfide Plan der „Politik der 51 Prozent“ gescheitert, welcher die Südtiroler in ihrer eigenen Heimat zur rechtlosen Minderheit hätte machen sollen, schreibt Lang.

Weiters schreibt er: „In dieser Broschüre werden vier über das Internet verbreitete Dokumentationen des SHB über die Vorgeschichte, die Durchführung und die Auswirkungen der „Feuernacht“ veröffentlicht. Besonders bewegend ist der vierte Teil der Dokumentation, welcher die Reaktion des italienischen Staates – die entsetzlichen Folterungen in den Carabinierikasernen – beschreibt.

Die Veröffentlichungen der vier Dokumentationsteile auf UT24

Roland Lang und der ehemalige Freiheitskämpfer Sepp Mitterhofer – Bild: Roland Lang

Der italienische Staat hatte in der Folge angesichts des weltweiten Aufsehens das alte Regime der Unterdrückung nicht weiterführen können. Unter dem Druck weiterer Geschehnisse konnte zwar die ersehnte Selbstbestimmung für Südtirol nicht erreicht werden, aber immerhin führte die Errichtung einer wesentlich verbesserten Autonomie zu einer Entspannung, zu dem Ende des gewaltsamen Widerstandes und zu erträglichen demokratischen Verhältnissen.“

Die Buchdaten

Roland Lang:
Feuernacht – Die Notwehr eines Volkes
88 Seiten, 14 x 21 cm, gebunden, Effekt Buch, Neumarkt 2021
ISBN 978-8-8970-4, EURO 17,50

Buch „Feuernacht – Die Notwehr eines Volkes“ – Bild: Roland Lang

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