Das teure Leben in Südtirol

Das AFI analysierte im Juni die Daten des Nationalen Instituts für Soziale Fürsorge NISF (INPS). Das Hauptergebnis: Der durchschnittliche Tagesbruttolohn eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Südtirol liegt im Schnitt 9 Prozent über dem italienischen Wert. Dennoch liegt er unter dem Niveau gleich mehrerer österreichischer Bundesländer.
Seit geraumer Zeit liegt jedoch die Inflationsrate in der Stadt Bozen systematisch über dem italienischen Wert. Wie neue Berechnungen des AFI zeigen, haben die Lebenshaltungskosten in Südtirol mittlerweile ein Niveau erreicht, das – abhängig von der verwendeten Methode – zwischen 23 und 25 Prozent über dem Wert von Italien liegt.
„Die Unverhältnismäßigkeit der Löhne verglichen mit den Lebenshaltungskosten wird immer wieder als problematisch beschrieben“, hieß es.
Ebenso zeigt sich die reale Lohnentwicklung ernüchternd: Im Zeitraum 2014 bis 2019 betrug sie in Südtirol nominell +6,7 Prozent bei gleichzeitig 6,8 Prozent Inflation, was einen realen Lohnverlust von -0,1 Prozent bedeutet. „Die positive nominelle Lohnentwicklung wurde also von der Inflation mehr als weggefressen“, bestätigte das AFI.
Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer in Südtirol sind der Auffassung, dass die Gehälter nicht an die Südtiroler Lebenshaltungskosten angepasst seien. So auch wieder im aktuellen AFI-Barometer: Angesprochen auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt in Bezug auf die Lebenshaltungskosten zeigen sich acht Prozent „sehr zufrieden“, 35 „zufrieden“, 42 „weniger zufrieden“ und 15 Prozent „gar nicht zufrieden“.






