von hm 09.07.2021 20:53 Uhr

Auch Südtirol droht die Transitlawine

Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments behandelt kommende Woche die „Eurovignette“ für den Brennertransit. Staaten wie Italien und Deutschland soll ein Vetorecht gegen Erhöhung von Transitmauten in Österreich eingeräumt werden (UT24 berichtete). Zudem sollen emissionsarme Lkw künftig um ein Viertel weniger Maut löhnen. Während die Ankündigung in Nordtirol die Wogen hochgehen ließ, ist der Protest aus Südtirol längst überfällig, fanden die grünen Abgeordneten im Südtiroler Landtag.

APA (dpa/Archiv)

Der Lkw-Transit über die Brennerroute bricht nach dem Rückgang 2020 wieder alle Rekorde: Im Juni 2021 fuhren 217.443 Transit-LKW über den Brenner, während im Vergleichsmonat 2019 nur 210.799 die Mautstelle Schönberg passierten. „Die Lkw-Flut mit täglich ausgedehnten Staus ist nicht nur die Folge der neu auflebenden Konjunktur, sondern der bekannt billigen Mautsituation und des Dieselprivilegs an der Brennerstrecke“, betonten die Grünen am Donnerstag.

Sollte die Mautreduktion kommen und große Teile der LKW-Flotten bis 2030 auf Batterie oder Wasserstoff umrüsten, könnte sich dies unweigerlich auf das Verkehrsaufkommen auswirken. „Auf der Brennerroute würden dann vielleicht abgasärmere LKW verkehren, aber zugleich eine ungezügelte Transit-Lawine das Inn-, Eisack- und Etschtal belasten und verlärmen, während andere Routen in West und Ost entlastet würden“, analysierten die Grünen ein solches Szenario.

Der Landtag in Innsbruck hat in seiner Sitzung am Mittwoch einen entschiedenen wie parteienübergreifenden Protest gegen die neue Regelung erhoben. Die Südtiroler Landesregierung sei gut beraten, sich der Nordtiroler Linie anzuschließen und den EU-Parlamentarier aus Südtirol dazu anzuhalten, gegen einen Handstreich im EU-Verkehrsausschuss kommende Woche massiv zu intervenieren, forderten die Grünen.

„Auf dem Spiel steht die Lebensqualität an der Brennerroute, deren stetigen Abbau wir Grüne nicht hinnehmen werden – im Interesse zehntausender Anwohner, von Natur und Umwelt“, hieß es vonseiten der grünen Abgeordneten im Südtiroler Landtag, die daher eine Anfrage an die Landesregierung gestellt hatten.

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  1. swiss-austrianer
    12.07.2021

    Jetzt dämmerts den Südtirolern langsam, dass auch sie von der Transitlawine “betroffen” werden können. Die endet eben nicht an der Brennergrenze. Was wird wohl Herr Baumgartner dazu sagen? Ob da das “eigene” Volk Widerstand leisten wird?

  2. hel
    10.07.2021

    Ganz Tirol muß endlich zusammenstehen. Das Problem betrifft uns alle gleich und der Verkehr wird nicht abnehmen, im Gegenteil immer mehr zunehmen. Deshalb muß auch an weitere alpenquerende Routen gedacht werden. Es kann doch nicht sein, daß ein Paß dreiviertel des Nord-Süd Verkehrs ertragen muß und die dort lebenden Menschen in ihrem Leben so beeinträchtigt werden.

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