von hm 10.06.2021 15:35 Uhr

Schützen und Heimatbund gedenken des verunglückten Postal

Vor einigen Tagen hat Reinhard Gaiser, Ehrenhauptmann der SK Sepp Kerschbaumer/ Eppan sowie der Obmann des SHB Roland Lang, des 1961 bei der Feuernacht verunglückten Straßenarbeiters Giovanni Postal bei seinem Marterl gedacht.

SHB-Obmann Lang besuchte gemeinsam mit Reinhard Geiser die Unglücksstelle. (Foto: Roland Lang)

Giovanni Postal, gebürtig aus Grumo, einer Fraktion der Gemeinde St. Michael an der Etsch, war beim staatlichen Straßendienst ANAS beschäftigt. Bei seiner Kontrollfahrt am 12. Juni 1961 bemerkte er an einem großen Pappelbaum einen breiten schwarzen Gürtel.

So wie schon einmal im März 1961, als er ein verdächtiges Paket mit Sprengstoff fand und welches dann die Carabinieri entschärften, wollte der Welschtiroler Straßenarbeiter den Gürtel selbst entfernen. Er wollte, wie auch das letzte Mal für das Entfernen von den Sicherheitskräften gelobt werden. Unvorsichtigerweise zündete er dabei die Sprengladung und diese verletzte den armen Postal tödlich.

Ursache

Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, erklärte, wie es dazu kam: „Die Freiheitskämpfer wollten mit dem Sprenggürtel den hohen Baum umreißen und damit bei der Salurner Klause eine symbolische Grenzschranke errichten. Keinesfalls sollten Menschenleben gefährdet werden, da der Sprengsatz, so wie bei den geladenen Strommasten, kurz nach Mitternacht explodieren sollte. Leider versagte der Zündmechanismus und kostete dann dem unvorsichtigen Familienvater Postal das Leben.“

Stilles Gedenken

„Ein Zeichen des Respektes und der Wertschätzung wollten wir aus Anlass des 60. Jahrtages der Feuernacht an der Salurner Klause beim Marterle für den 1961 durch einen unvorhergesehenen Unfall tragisch verstorbenen Giovanni Postal setzen. Mit einer Schweigeminute und einem kleinen Blumengesteck mit einem weißroten Band. einer Kerze und einer Gedenkminute gedachten wir des Verunglückten“, berichtete Roland Lang.

Die Folgen

Für die Anbringung des Sprengsatzes, dem der unvorsichtige Postal zum Opfer fiel, wurde damals der Montaner Johann Clementi von der Justiz verantwortlich gemacht. Der Name Clementi fiel damals bei einer der vielen brutalen Folterungen der politischen Häftlinge in den Carabinieri-Kasernen. Die Justiz hatte damit einen Täter, alle weiteren Nachforschungen wurden eingestellt.

Der Russlandheimkehrer Clementi büßte den Tod von Postal mit acht Monaten Kerker. „Schwerer aber wog für ihn der Umstand, dass er namentlich immer wieder dafür verantwortlich machte, dass der BAS durch ihn seine Unschuld verloren habe“, wusste Lang.

Dabei sei Giovanni Postal ebenso wie Hubert Sprenger, Sepp Locher und Peter Wieland ein unschuldiges Opfer eines Freiheitskampfes gewesen, den Rom durch die Weiterführung faschistischer Kolonialpolitik in Südtirol heraufbeschworen hatte. „Mögen sie alle ruhen in Frieden!“

Die Forderung

„Es wäre höchst an der Zeit, dass Italien 60 Jahre nach der Feuernacht endlich mit einer Generalamnestie und der Öffnung seiner Archive einen Schlussstrich unter den Freiheitskampf in Südtirol zieht. Denn nur was sauber beendet wird, ist abgeschlossen“, schloss Lang seine Zusendung.

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