Neue Publikation zur Geschichte der Südtiroler Blasmusik

„Das schriftliche Gedächtnis ist unerlässlich, um den künftigen Generationen ein sehr wichtiges Stück unserer Geschichte übertragen zu können – eine sehr komplexe Zeit, in der wir bewiesen haben, dass wir uns treu bleiben konnten“, bedankte sich Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer bei den Autoren. Die heute über 200 Südtiroler Musikkapellen seien Ausdruck einer großen Lebendigkeit, die in benachbarten Gebieten ihresgleichen suche.
Nach den Grenzverschiebungen von 1919/20 fanden sich die Südtiroler in einem neuen Staatsverband als Minderheit wieder. Dies verlieh der Blasmusik im Land eine besondere identitäts- und kulturpolitische Bedeutung, im Besonderen in den Jahren der faschistischen Diktatur, die die Blasmusikvereine zu vereinnahmen und unter Druck zu setzen versuchte.
Das reich illustrierte Sammelwerk „In Treue fest durch die Systeme“ ist das Ergebnis eines mehrjährigen gemeinsamen Forschungsprojekts von Südtiroler Landesarchiv und Verband Südtiroler Musikkapellen. In dem Band werden zahlreiche neue Facetten angeschnitten und auch lange Zeit unkritisch Tradiertes auf breiter Akten- und Quellengrundlage hinterfragt und neu interpretiert.
„Damit unterstreicht das Landesarchiv trotz Corona-Krise erneut seine Leistungsfähigkeit als profilierte Forschungseinrichtung in Südtirol“, meint Landeskonservatorin Karin Dalla Torre. Der Band selbst erfülle in hohem Maße die antike Definition von Kunst „prodesse et delectare“, verbinde also das Nützliche mit dem Vergnüglichen. Wie Christine Roilo, Direktorin des Südtiroler Landesarchivs, und Pepi Fauster, der Obmann des Verbandes Südtiroler Musikkapellen, betonen, habe „In Treue fest durch die Systeme“ das Zeug, auf längere Sicht das gültige Referenzwerk zu dem Thema zu bleiben.
Der Band ist beim Universitätsverlag Wagner in Innsbruck erschienen und ab Juni im Buchhandel erhältlich.






