von ih 13.06.2020 11:45 Uhr

Lega provoziert mit Anfrage gegen Schützen

Die Lega hat im Südtiroler Landtag eine Anfrage eingereicht, mit der sie von der Südtiroler Landesregierung in Erfahrung bringen will, wie diese zu den jüngsten Aktionen der Schützen stehe. Die zahlreichen Aktionen während der Corona-Krise, wie den Los-von-Rom-Feuern bewertet die einstige separatistische Partei nämlich als einen „Affront gegen die Italiener im Land“.

Rita Mattei von der Lega macht im Südtiroler Landtag Stimmung gegen die Schützen. - Fotocollage UT24

Dass die einstigen Separatisten der Lega Nord eines Tages zu wahren Verfechtern des italienischen Staates werden, hätte noch vor einigen Jahren niemand so recht glauben können. Doch spätestens seit das „Nord“ aus dem Parteinamen verbannt wurde, war allen klar: von der jahrezehntelangen Rom-Kritik und Slogans wie „Roma ladrona“ ist wenig übrig geblieben.

Und dies macht die Salvini-Partei nun auch in Südtirol klar. Die in weiten Teilen der Bevölkerung sehr beliebten Aktionen der Schützen haben sich die Leghisti nun zum Anlass genommen, um mittels einer Anfrage dagegen zu wettern.

Ausgerechnet Lega kritisiert Aktionen gegen Regierung

In der von Landtagsvizepräsidentin Rita Mattei unterzeichneten Landtagsanfrage an LH Arno Kompatscher wird den Schützen die „Verachtung des italienischen Staates“ vorgeworfen – weil diese es sich erlaubt hatten, anlässlich der einschneidenden Corona-Maßnahmen die Loslösung von Rom mit diversen Aktionen einzufordern (UT24 berichtete).

Obwohl diese Form des Aktionismus unter das Recht auf freie Meinungsäußerung fällt, spricht sich Rita Mattei in ihrer Anfrage dafür aus, die Aktionen vonseiten der Südtiroler Landesregierung unterbinden zu lassen. Auch kritisiert Mattei die Schützen für ihre angebliche „Intoleranz gegenüber der italienischen Regierung“.

Selbst Lega-Anhänger über Anfrage verwundert

Für Kopfschütteln sorgt die Anfrage Matteis jetzt sogar bei einem Südtiroler Lega-Insider -und Sympathisant, der gegenüber UT24 verwundert erklärt:

„Dass wir selbst keine Freude mit dieser Regierung haben, ist eigentlich kein Geheimnis. Matteo Salvini nimmt da selbst kein Blatt vor den Mund und haut oft viel deutlicher auf den Tisch, als es die Schützen hierzulande machen. Warum die Rita sich jetzt aber plötzlich als Verteidiger der Regierung Conte aufspielt, kann ich mir nur damit erklären, weil Provokationen gegen die Schützen bei vielen Italienern immer noch beliebt sind. Die deutschen Lega-Wähler vergrault sie damit aber bestimmt“.

Wann der Landeshauptmann auf die umstrittene Anfrage Matteis antworten wird, ist noch nicht bekannt. Seine Antwort dürfte aber vermutlich diplomatisch ausfallen. Schließlich wird Kompatscher, der gerade selbst mit einem Polit-Skandal konfrontiert ist (hier geht’s zum Artikel), seinen Koalitionspartner möglichst nicht blamieren wollen.

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  1. Unterland
    14.06.2020

    2015 hat Frau Rita Mattei für die Lega Nord für das Bürgermeisteramt in Meran kandidiert. Damals stand im Artikel 1 des Statuts als Ziel der Bewegung “.. die Unabhängigkeit Padaniens ….. die internationale Anerkennung als unabhängige und souveräne Republik..”

  2. FranzK
    13.06.2020

    Jaja, ein bischen Ähnlichkeit hat sie mit der Biancofiore.

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