von ih 05.03.2020 12:19 Uhr

„Gesetz des Irrsinns“

Der Südtiroler Landtag soll die Politiker in Rom mittels eines Begehrensantrages dazu auffordern, den Gesetzesartikel zum Alarmierungssystem am Kindersitz (Anti-Abbandono) abzuändern. Damit unterstützt Südtirols Politik das Anliegen von 11.554 Bürgern, die mit ihrer Unterschrift in den vergangenen Wochen die Petition zum „Gesetz des Irrsinns“ unterzeichneten.

Im Bild (von links): Monika Bernard, Manuela Stuefer, Petra Scherlin, Gert Lanz, Helmut Tauber und Magdalena Amhof

Der Artikel 172 „Anti Abbandono“ der Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass Kindersitze ab 6. März mit einem Alarmierungssystem ausgestattet sein müssen, welches den Autolenker beim Verlassen des Wagens auf die Anwesenheit des Kleinkindes aufmerksam macht. Ist bis dahin kein Alarmsystem vorhanden bzw. der Autositz nicht entsprechend umgerüstet worden, muss mit Geldstrafen zwischen 83 und 333 Euro sowie einem Abzug von fünf Führerscheinpunkten gerechnet werden.

„Hier wurden die Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt und waren gezwungen innerhalb kürzester Zeit eine Lösung zu finden. Das Gesetz tritt heute in Kraft, obwohl sich zahlreiche Eltern in ganz Italien dagegen aussprechen“, sagt SVP-Fraktionsvorsitzender Gert Lanz. Er hat zusammen mit seinem Stellvertreter Helmut Tauber das Anliegen von 11.554 Bürgern – 9.060 davon aus Südtirol – aufgegriffen, die sich mittels einer Petition gegen diesen Gesetzesartikel wehren. Drei junge Südtiroler Mütter, Manuela Stuefer, Monika Bernard und Petra Scherlin hatten zu dieser Unterschriftensammlung aufgerufen und Südtirols Politiker um Unterstützung gebeten.

Bei einer Aussprache mit den SVP-Fraktionspolitikern haben sie klar und deutlich ihre Bedenken zum Gesetzesartikel geäußert: Wie steht man zur ausgehenden Strahlenbelastung? Ist man sich der Gefahr bewusst, die von überhitzten Batterien ausgeht, auf denen die Kinder in Zukunft sitzen werden? Bleiben Kindersitze, die mit Kissen ausgestattet werden, homologiert? Wäre es nicht besser auf Prävention zu setzen? Gibt es tatsächlich keine Alternativen? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die von Rom bislang unbeantwortet blieben. Lanz und Tauber glauben, dass vor allem an die Eigenverantwortung der Eltern appelliert werden müsse. Deshalb fordern sie in ihrem Begehrensantrag eine italienweite Sensibilisierungskampagne. „Auch wenn es traurig ist und für viele von uns absurd erscheint, müssen wir auf Autobahnraststätten, vor Supermärkten, auf Parkplätzen usw. mit Aufrufen, Plakaten oder ähnlichem daran erinnern, dass Kinder sterben könnten, wenn sie im Auto bleiben“, sagt Tauber. Er und SVP-Fraktionsvorsitzender Gert Lanz hoffen, dass der Südtiroler Landtag dieses Begehren stark unterstützen und es dann an die italienische Regierung herantragen wird.

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