von ih 11.09.2019 15:22 Uhr

Kritik an fehlender Übersetzung von Rechts- und Verwaltungstexten

Juristen in Südtirol nutzten in Vergangenheit die zweisprachigen Gesetzbücher der sogenannten „Blauen Reihe“, die von einer Juristenkommission im Auftrag der Südtiroler Landesregierung vom Italienischen ins Deutsche übersetzt wurden. Laut Auskunft von Landeshauptmann Arno Kompatscher an die Freiheitlichen sind diese Gesetzestexte den „zwingenden Sparmaßnahmen“ in der öffentlichen Verwaltung zum Opfer gefallen, weshalb sie seit Jahren vergriffen sind. Die Landesregierung spare an der falschen Stelle, kritisiert der freiheitliche Abgeordnete Andreas Leiter Reber.

Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber

„Die von einem vorwiegend aus Südtiroler Juristen und Professoren der Universität Innsbruck bestehenden Übersetzungsteam erstellten zweisprachigen Gesetzbücher der sogenannten „Blauen Reihe“ fielen im Jahr 2011 Sparmaßnahmen in der öffentlichen Verwaltung zum Opfer. Seither wurde das Amt für Sprachangelegenheiten mit der Aufgabe betraut, allerdings konnte es dieser nur sehr beschränkt nachkommen“, so Leiter Reber.

„Von da an wurden deutlich weniger Gesetze übersetzt, weshalb viele Bücher mittlerweile entweder vergriffen oder in ihrem Inhalt längst überholt sind. So erschien die letzte Ausgabe des italienischen Zivilgesetzbuches letztmalig vor rund neun Jahren. Außerdem wird laut Landeshauptmann Kompatscher aus Umweltgründen gänzlich auf Druckausgaben verzichtet. Bei einem funktionierenden Online-Angebot, welches für jedermann zugänglich ist, kann der Druck von Werken selbstverständlich, wo sinnvoll, eingeschränkt werden. Einen völligen Verzicht erachte ich als unangebracht. Hier wird an der falschen Stelle gespart!“, erklärt der Freiheitlichen-Obmann.

„Die regelmäßige Übersetzung und Aktualisierung von italienischen Rechts- und Verwaltungstexten ins Deutsche sind für angehende Rechtsanwälte, die zur Rechtsanwaltsprüfung antreten und denen nur Bücher als Hilfsmittel erlaubt sind, von großer Wichtigkeit“, gibt Leiter Reber zu bedenken.

„Ich bin gespannt auf die nun von Landeshauptmann Kompatscher allem Anschein nach in Reaktion auf unsere Freiheitliche Anfrage angekündigten Investitionen in eine verstärkte Übersetzungsarbeit. Im Sinne einer funktionierenden Verwaltung und eines intakten Rechtswesens in Südtirol, bei dem deutschsprachige Südtiroler keinen Nachteil haben, hoffe ich, dass den Ankündigungen rasch Taten folgen.

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