von ih 07.12.2018 15:24 Uhr

EU-Verkehrskommissarin Bulc auf BBT-Baustelle in Mauls

Nach dem Durchstich des Südportals am Beginn der Woche haben sich heute, 7. Dezember, EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc und der für den EU-Korridor zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer zuständigen Koordinator Pat Cox gemeinsam mit Landeshauptmann Arno Kompatscher ein Bild vom Baufortschritt am Brennerbasistunnel (BBT) in Franzensfeste gemacht. Aktuell sind 93 Tunnel-Kilometer von den insgesamt 230 Kilometern an Tunnelröhren des BBT, der aus zwei Haupttunnelröhren und verbindenden Querstollen in Abständen von 333 Metern bestehen wird, aufgefahren. Nächste wichtige Etappe wird der Start zweier großer Tunnelbohrmaschinen in Mauls sein, wo die Haupttunnel nach Norden vorgetrieben werden.

Haben die Wichtigkeit des BBT unterstrichen(v.l.): BBT-SE Vorstandsdirektor Zurlo, EU-Koordinator Cox, RFI-Präsidentin Cattani, EU-Kommissarin Bulc, LH Kompatscher, AufsichtsratSmitglied Cardia und MIT-Direktor Pujia - Foto: LPA/Bettina Ravanelli

Kommissarin Bulc gratulierte zu den bereits geleisteten Arbeiten und bezeichnete den BBT als „Flagschiff“ und Vorzeigemodell der Verkehrsvorhaben der EU, das für jedes Land der EU wichtig sei, da es Verkehrsnetze verbinde. „Es liegt in unserer Verantwortung, sicher zu stellen, dass es Lebensqualität und saubere Luft gibt, insofern wird dieser Tunnel auch Leben retten“, sagt Bulc. Die EU werde damit fortfahren, den Bau des BTT zu unterstützen, unterstrich sie und hob hervor, dass der BBT künftig das prioritäre Verkehrsprojekt der EU sein sollte. „Der BBT wird mit 64 Kilometern außerdem die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt, darauf sollten wir stolz sein“, sagte Bulc.

„Gemeinsam können wir dieses Jahrhundertprojekt zu einem Jahrhunderterfolg machen“, betonte Landeshauptmann Kompatscher und appellierte an alle beteiligen Länder, vor allem aber an die italienische Regierung den BBT-Bau zügig voranzubringen. Notwendig sei zudem der Bau der Zulaufstrecken im Norden und Süden sowie die Einführung der Umweltmaut zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene, so der Landeshauptmann. „Der BBT ist eine wichtige Verbindung für Südtirol und alle Länder in Europa, der BBT ist wichtig, um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern und somit für die Umwelt und Lebensqualität und der BBT ist zudem wichtig für die Wirtschaft“, unterstrich Kompatscher. Auch Cox beschrieb den BBT als wichtige Arterie für den Handel von Morgen in Europa und hob die Wichtigkeit der Zusammenarbeit für die Umsetzunghervor.

Viel Lob für geleistete Arbeit

Der Generaldirektor für Bahntransport und Bahninfrastrukturen des italienischen Infrastruktur- und Transportministeriums Enrico Pujia dankte für den bisherigen Einsatz zum BBT-Bau, um mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen und verwies auch auf die künftige Funktion des BBT für den Personenverkehr. Derzeit beträgt die Zugfahrzeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste etwa 80 Minuten, sobald Züge durch den BBT farhen, soll sie nur mehr 25 Minuten dauern.

Lob für die bereits geleistete Arbeit gab es auch von Seiten des Vizepräsidenten des Aufsichtsrats der Brenner Basistunnel Gesellschaft BBT SE Lamberto Cardia, der Präsidentin des der italienischen Schienennetzbetreibers RFI Claudia CatTani und des Bürgermeisters von Franzensfeste Thomas Klapfer.

Bisher hat der BBT-Bau laut dem italienischen Vorstandsdirektor der BBT SE Raffaele Zurlo an die 1700 Arbeitsplätze generiert, auf denen viele Südtiroler, aber auch Menschen aus anderen Ländern im Einsatz sind und künftig sollen es sogar 2500 werden. „Unser Projekt ist Europa“, betonte er.

Der BBT bildet das Herzstück des Skandinavisch–Mediterranen TEN-Korridors von Helsinki (Finnland) nach Valletta (Malta). Die Europäische Union hat 50 Prozent der Planungs- und 40 Prozent der Baukosten kofinanziert. Österreich und Italien tragen den Rest je zur Hälfte.

LPA

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