von su 11.07.2018 14:55 Uhr

Verdacht: Sind Südtirols Landwirte für Fischsterben verantwortlich?

Ist das Fischsterben die Folge von Gülleeinleitungen aus Feld und Hof in das Fließgewässer? Die BürgerUnion ist der Frage nachgegangen und macht die Verantwortlichen für die „verheerenden Folgen“ aus.

Symbolbild

Als hausgemachtes Fischsterben aus Feld und Hof bezeichnet die BürgerUnion Gülleeinleitungen in Fließgewässer und deren verheerende Folgen.

„Wer Gülle in Fließgewässer einleitet, nimmt den Tod hunderter Fische billigend in Kauf. Frei nach dem Motto ‘aus den Augen aus dem Sinn’ werden Gewässer als illegale Deponien missbraucht, mit fatalen Folgen für die darin lebende Unterwasser-Fauna.

Da wir der Vertuschung entgegenwirken wollen, haben wir die Thematik nun in den Südtiroler Landtag gebracht,” schreibt der Parteiobmann-Stellvertreter der BürgerUnion, Dietmar Zwerger in einer Aussendung der Partei.

„Erschreckend hoch waren die nachgewiesenen Gülleeinleitungen in Gewässer"

Konkret wollte die BürgerUnion genaue Auflistungen über bekannte Gülleeinleitungen, deren Folgen und Sanktionen und des notwendigen Wiederbesatzes.

„Erschreckend hoch waren die nachgewiesenen Gülleeinleitungen in Gewässer, so konnten in den Jahren 2015-2017 acht Fälle dokumentiert werden, bei weiteren acht Fischsterben kann der Zusammenhang zwar nicht zu 100% nachgewiesen werden, doch besteht berechtigter Verdacht.

„Über diese hohe Anzahl von hausgemachtem Fischsterben waren wir doch sehr überrascht und erbost. Als wäre die zerstörerische Energie der Stromlobby und die von ihr regelmäßig verursachten Fischsterben nicht Belastung genug, fahren jetzt Verantwortungslose stinkendes Geschütz gegen unsere Gewässer auf,” so Zwerger, selbst passionierter Fischer weiter.

Geradezu lächerlich nehmen sich laut BürgerUnion hingegen die in diesem Zusammenhang verhängten Strafen aus. „Die Sanktionen betrugen 100,00 € im Jahr 2015 und 500,00 € im Jahr 2016.

Im vergangenen Jahr wurden überhaupt keine Strafen verhängt. Ob nun die geringe Gefahr, erwischt zu werden, Verantwortungslosigkeit oder einfach nur Dummheit und Ignoranz der Grund für Gülleeinbringungen sind, entzieht sich unserer Kenntnis, die Praxis muss jedoch definitiv aufhören,” schreibt Zwerger.

„Wir fordern daher alle Landwirte auf, von diesen abstrusen Praktiken abzusehen"

Da verschiedenste Gewässer verseucht wurden, waren laut Antwort auf die Anfrage des BürgerUnions-Abgeordneten Andreas Pöder auch mehrere Fischarten von dem Fischsterben betroffen.

„Es gab unter anderem hunderte tote Bachforellen, marmorierte Forellen, Schleien oder Karpfen, zudem noch zahlreiche Kleinfischarten. Diesem von Menschenhand ausgelöste Massensterben muss ein Ende gesetzt werden.

„Wir fordern daher alle Landwirte auf, von diesen abstrusen Praktiken abzusehen, den Bauernbund ersuchen wir, seine Mitglieder dahingehend zu sensibilisieren.

Der Landesregierung legen wir eine Erhöhung der Strafen nahe, damit unsere Gewässer, sofern von der Stromlobby noch nicht zerstört, das bleiben, was sie sein sollen, nämlich gesunder Lebensraum für eine artenreiche Unterwasserfauna,” schreibt Zwerger in der Medienaussendung der BürgerUnion.

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