
Florian Stumfall
USA: Immer wieder dasselbe Spiel

Missionierungsdrang mit Tradition
Denn der Häufung der USA-Überfälle – wobei vom Rest der Welt noch gar nicht die Rede ist – liegt eine ganz bestimmte Geisteshaltung zugrunde, die man näher betrachten muß. Begonnen hat es mit den Pilgervätern, die im Jahr 1620 in Neuengland die erste englische Siedlung gründeten. Sie waren eine religiöse Gruppe, die sich von der englischen Staatskirche abgespalten hatte, unversöhnlich, radikal und selbstherrlich. Sie selbst nannten sich „Heilige“. Ihre Grundeinstellung ist heute noch in den USA zu finden.
Im 18. Jahrhundert kamen Teile der in Europa vertriebenen Illuminaten dazu, Mitglieder eines Geheimbundes, die sich als erwählt, im alleinigen Besitz der Wahrheit und dazu berufen glaubten, die Macht auszuüben.
Exzeptionalität statt Völkerrecht
Die beiden geistigen Wurzeln begründen den Anspruch der USA, überall auf der Welt ihren Willen durchzusetzen, wo es ihnen vorteilhaft erscheint, sei es durch Drohungen, Sanktionen oder Krieg – andere Mittel der Außenpolitik besitzen sie nicht. Es gibt für diese Anmaßung in den USA einen eigenen Begriff, den der „Exzeptionalität“, als der Ausnahmestellung unter den Völkern sozusagen als heiliges Gut.
Die nächstliegenden Opfer dieser Ideologie findet man konzentriert in Lateinamerika, das Washington gemäß der Monroe-Doktrin als seinen Einflußbereich betrachtet, wo sich die Länder ganz nach dem zu richten haben, was der große Nachbar im Norden will. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Souveränität der Staaten gelten den USA nichts, und das Gerede von Demokratie ist eine alltägliche Ausrede, um die eigenen strategischen oder wirtschaftlichen Interessen zu verdecken.
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