Der YouTube-Biologe

Wolfgang Dibiasi

03.08.2019

Tigermücke effektiv bekämpfen

Die Tigermücke (Aedes albopictus) gehört zu den invasivsten Mückenarten der Welt. Sie kann eine Reihe von verschiedenen Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel das Denguefieber und das Zikavirus. Erst kürzlich ist eine interessante wissenschaftliche Arbeit erschienen, bei der man eine Population von Tigermücken um bis zu 94 % reduzieren konnte.

Man kombinierte hierzu zwei Methoden: Die „Steriles-Insekt-Technik“ und die „Inkompatibles-Insekt-Technik“. Wie kann man verhindern, dass sich eine Population von Tigermücken zunehmend ausbreitet? Eine Möglichkeit wäre, indem man unfruchtbare Tigermücken in die Freiheit entlässt. Diese mischen sich dann unter die fruchtbaren Individuen und paaren sich mit ihnen. Das Resultat ist, dass es hierbei keinen Nachwuchs gibt, weil die jeweiligen Tiere unfruchtbar sind. Durch das Aussetzen von sterilen Individuen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Paarung erfolgreich bleibt. Genau das macht man bei der sterilen Insektentechnik zu nutze.

Eine andere Methode ist die inkompatible Insektentechnik. Hierbei verwendet man parasitäre Bakterien aus der Gattung Wohlbachia. Diese Bakterien befallen normalerweise verschiedene Insekten und beeinflussen ihr Reproduktionssystem. Wohlbachien leben als intrazelluläre Parasiten in den Insekten und können von den Weibchen auf ihre Nachkommen weitervererbt werden. Die Männchen können sie hingegen nicht an ihre Nachkommen weitergeben. Die Bakterien beeinflussen das Reproduktionssystem der Insekten so, dass sie sich optimal ausbreiten können.

Ein infiziertes Weibchen kann sich mit einem nicht infizierten Männchen paaren und den Parasit an die Nachkommen weiter vererben. Wenn sich allerdings ein infiziertes Männchen mit einem nicht infizierten Weibchen paart, bleibt durch den Einfluss des Bakteriums der Nachwuchs aus. Es findet also eine Paarung statt, jedoch keine darauf folgende Eiablage. Genau diesen Umstand macht man sich bei der inkompatiblen Insektentechnik zu Nutze. Man infiziert männliche Individuen mit Wohlbachien und setzt sie aus. Diese paaren sich dann mit nicht infizierten Weibchen, welche anschließend durch die cytoplasmatische Inkompatibilität, die durch das Bakterium verursacht wird nicht im Stande sind, Nachkommen zu erzeugen. In der vorhin genannten Arbeit hat man die beiden Techniken miteinander kombiniert und konnte eine Population von Tigermücken um bis zu 94 % reduzieren. Damit stellt diese Methode eine höchst effektive und relativ umweltfreundliche Methode dar, die Tigermücke zu bekämpfen (Zheng et al.).

Mehr dazu in meinem Video:

Weitere interessante Videos zu Biologie und giftige Tiere sind auf meinem YouTube-Kanal abrufbar.

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