Florian Stumfall

17.02.2026

Mullahs made in USA?

Am Rande der Sicherheitskonferenz in München gab es die größte Demonstration, die Bayerns Hauptstadt je erlebte. Auf der Theresienwiese kamen rund 250 000 Menschen zusammen, um gegen das Mullah-Regime im Iran zu protestieren. Mit dabei: der Thronfolger des letzten Schahs, Cyrus Reza Pahlewi, der begeistert gefeiert wurde. Das gibt Anlass, sich die Beziehungen der westlichen Staatenwelt zum Iran seit dem 2. Weltkrieg näher zu betrachten.

Ein Meer aus Löwe-und-Sonne-Flaggen: Tausende demonstrieren in München gegen das Mullah-Regime.

Vom Soldaten zum Schah – unter fremder Regie

Bei der Familie Pahlewi kann man von einer Dynastie eigentlich nicht reden. Der Großvater des jetzigen Kronprätendenten brachte es vom einfachen Soldaten zum Schah. In den Wirren des Weltkriegs halfen die USA seinem Sohn Mohammed Reza auf den Thron und hielten zunächst ihre Hand über ihm.

Allerdings kontrollierte Washington den Iran aus dem Hintergrund. Offensichtlich wurde das, als im Jahre 1953 der US-Geheimdienst CIA den Premierminister Mohammad Mossadegh stürzte, weil er sich erlaubt hatte, die iranischen Ölquellen zu nationalisieren, die bislang unter US-Kontrolle gestanden hatten. Der Iran bekam damals nur acht Prozent aus dem Verkauf seines Öls, der Rest ging in die USA.

Revolution mit westlicher Hilfe

Ende der 70er-Jahre war Schah Reza für die USA nicht mehr von Nutzen. Die CIA unterstützte daher die Islamische Revolution, und anno 1979 musste Reza Pahlewi das Land verlassen. An seine Stelle trat der Mullah Khomeini, der in Frankreich geduldig auf seine Stunde gewartet hatte.

Jetzt kehrte er mit westlicher Hilfe in sein Land zurück. Das Mullah-Regime wurde eingesetzt. Doch im Verhältnis zwischen Ländern gibt es keine Freundschaft. Jetzt drohen die USA eben denselben Mullahs mit Krieg, die ohne Washingtons Hilfe nie an die Macht gekommen wären.

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