
Florian Stumfall
Die Rechnung kommt

Die Front gegen die AfD
Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Siegmund hat ihr sensationelles Ergebnis erreicht nicht nur im Wettbewerb mit den anderen Parteien. Vielmehr hatte sie sich gegen eine Front zu bewähren, welche die Üblichkeiten des demokratischen Umgangs völlig gesprengt hat. Denn gegen die AfD hatten sich außer den anderen Parteien die Gewerkschaften in Position gebracht, zahlreiche Vertreter der großen Konzerne, die sogenannten Nichtregierungsorganisationen, ferner die geballte Medienmacht, der Kulturbetrieb und zu allem Überfluss und Ärgernis auch die Kirchen. Es war eine Zusammenrottung der von den Politikern so genannten „Zivilgesellschaft“.
Genützt hat es nichts. Das zeigt, dass diese Versammlung angeblicher Eliten mit den normalen Leuten nicht nur nichts zu tun hat, sondern sie auch gar nicht verstehen oder auch nur verstehen will. Allen voran ist dafür das besten Beispiel Bundeskanzler Merz. Die CDU in Ostdeutschland wollte ihn aus ihrem Wahlkampf fernhalten, denn immer, wenn er auf das Wahlvolk und dort naturgemäß auf Kritik trifft, wird er unhöflich, schroff oder gar beleidigend. Seine engen Mitarbeiter sind die stillen Helden der CDU, weil sie zuschauen müssen und nichts daran ändern können.
Nichts verstanden
Am Vormittag nach der Wahl gab es natürlich bei allen Parteien wie üblich eine Vorstandssitzung. Was Merz angeht, so ist er danach vor die Presse getreten und hat eine Rede vorgelesen, die gänzlich frei von irgendwelchen Inhalten war. Floskeln und platte Redensarten haben zu erkennen gegeben: wir haben nichts verstanden, wir wollen das auch gar nicht und im übrigen machen wir weiter wie bisher.
Die AfD wird’s ihm danken.
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