Landtag fordert bessere Absicherung fürs Ehrenamt

Der Tiroler Landtag hat einstimmig einen gemeinsamen Antrag der Regierungsfraktionen Tiroler Volkspartei und SPÖ Tirol beschlossen. Damit sollen die steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement verbessert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt der Absicherung von Selbständigen, die während eines Einsatzes ihren Betrieb schließen oder Aufträge nicht wahrnehmen können.
„Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ob bei der Feuerwehr, der Bergrettung, im Roten Kreuz oder in unseren zahlreichen Vereinen, ohne die freiwillige Arbeit tausender Menschen würde vieles in Tirol nicht funktionieren. Wer seine Freizeit opfert, Verantwortung übernimmt und anderen hilft, darf dafür nicht auch noch finanziell benachteiligt werden“, betont VP-Klubobmann-Stellvertreter Dominik Traxl.
Höhere Pauschalen und weniger Bürokratie
Der Antrag sieht höhere Freiwilligenpauschalen vor, die künftig an die Inflation angepasst werden sollen. Außerdem werden zusätzliche steuerliche Erleichterungen und ein Abbau bürokratischer Hürden gefordert. Fahrtkosten, notwendige Ausrüstung sowie Aus- und Fortbildungen sollen steuerlich berücksichtigt werden können. Bestehende Begünstigungen sollen sich besser miteinander kombinieren lassen. Pauschale Reiseaufwandsentschädigungen sollen zudem auf weitere Bereiche des Ehrenamtes ausgeweitet werden.
Auch Selbständige sollen abgesichert werden
Ein weiterer Schwerpunkt ist eine bundesweit einheitliche finanzielle Absicherung bei ehrenamtlichen Einsätzen. Während für Arbeitnehmer bereits Regelungen zur Entgeltfortzahlung bestehen, sollen künftig auch Selbständige bei nachweislichem Verdienstentgang entschädigt werden können. Dafür soll insbesondere das Katastrophenfondsgesetz angepasst werden.
„Es darf keinen Unterschied machen, ob jemand angestellt oder selbständig ist. Wer bei einer Katastrophe oder einem Großeinsatz seinen Arbeitsplatz verlässt oder seinen Betrieb zusperrt, um Menschen in Not zu helfen, muss auf eine faire finanzielle Absicherung vertrauen können. Hier braucht es endlich eine bundesweit einheitliche Lösung“, erklärt SPÖ-Landtagsabgeordneter Benedikt Lentsch.
Traxl und Lentsch betonen abschließend: „2026 ist in Tirol das Jahr des Ehrenamtes. Wertschätzung darf sich nicht auf Dankesreden beschränken, sondern muss sich auch in besseren Rahmenbedingungen niederschlagen. Mit diesem Landtagsbeschluss richten wir einen klaren Auftrag an den Bund: Ehrenamt stärken, Bürokratie abbauen und freiwilligen Einsatz fair absichern!“






