Das sind Südtirols häufigste Berufe

Wie das Presseamt des Landes mitteilt, hat der Arbeitsmarktservice des Landes in den neuen Arbeitsmarkt News 79 Berufsgruppen der unselbständig Beschäftigten untersucht. Berücksichtigt wurden Geschlecht, Alter, Staatsbürgerschaft und Beschäftigungsform (Datenstand 2025). Im Mittelpunkt steht der mögliche Ersatzbedarf, wenn die ältere Generation in Pension geht. Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof sagt, die Unterschiede müsse man im Blick haben, um die künftigen Herausforderungen zu beurteilen.
Häufigste Berufe
Büro und Verwaltungsfachkräfte sind bei Frauen mit 19,1 Prozent und bei Männern mit 7,3 Prozent die größte Berufsgruppe. Bei den Frauen folgen Verkäuferinnen (neun Prozent), Servierfachkräfte (7,9 Prozent), Lehrerinnen an Mittel, Berufs und Oberschulen (5,6 Prozent) und Reinigungskräfte (5,3 Prozent). Bei den Männern sind es Lagerfachkräfte (5,5 Prozent), Köche und Verkäufer (jeweils 4,2 Prozent) und Servierfachkräfte (4,0 Prozent). Die Frauen konzentrieren sich stärker: 72,5 Prozent der Arbeitnehmerinnen arbeiten in den 15 häufigsten Berufen, bei den Männern sind es 53,6 Prozent.
Frauen und Männer in unterschiedlichen Berufen
Frauen arbeiten vor allem in Pflege, Sozial- und Erziehungsberufen, Männer häufiger in technischen, handwerklichen und produktionsnahen Berufen. Rund 24 Prozent der Männer arbeiten in stark männerdominierten Berufen. Bei den Frauen sind es etwa elf Prozent in Berufen mit einem Frauenanteil über 90 Prozent. Den höchsten Frauenanteil haben pädagogische Mitarbeiter (99,4 Prozent) und Kindergärtner (98,7 Prozent). Maurer (0,2 Prozent Frauen), Zimmerer (0,3 Prozent) und Elektrofachkräfte (0,8 Prozent) haben den niedrigsten. Der Anteil von Männern in typischen Frauenberufen und von Frauen in typischen Männerberufen liegt jeweils unter einem Prozent. Amhof betont, diese Durchlässigkeit müsse steigen, denn der Beruf beeinflusse Einkommen und Absicherung im Alter, und mit traditionellen Rollenmustern gingen Potenziale verloren.
Alter und Staatsbürgerschaft
Beschäftigte in vielen Handwerksberufen sind vergleichsweise jung, unter anderem wegen des frühen Einstiegs über die Lehre und weil manche später in die Selbständigkeit wechseln. Ein höheres Durchschnittsalter haben Berufe mit längeren Ausbildungswegen oder langer Berufserfahrung, wie Führungskräfte. Bei Busfahrern sind 39,6 Prozent 55 Jahre oder älter, bei Reinigungskräften 37,6 Prozent und bei Hausmeistern 34,8 Prozent. Ein hoher Anteil älterer Beschäftigter kann auf einen künftigen Ersatzbedarf hinweisen.
Besonders hohe Anteile von Beschäftigten mit ausländischer Staatsbürgerschaft gibt es in Hilfs, Saison und Dienstleistungsberufen, etwa bei Reinigungskräften, Erntehelfern, Obstsortierern und im Housekeeping. Bei gastgewerblichen Hilfskräften sind es 74,7 Prozent. Diese Berufe sind laut der Analyse für das Funktionieren wichtiger Wirtschaftssektoren grundlegend.
Rolle der Künstlichen Intelligenz
Arbeitsmarktservice Direktor Stefan Luther sagt, Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten die Folgen des demografischen Wandels abfedern. Ideal wäre es, wenn sie Tätigkeiten ersetzen, in denen viele ältere Arbeitnehmer beschäftigt sind. Das Substitutionspotenzial sei aber in mehreren solchen Berufsfeldern begrenzt. Die Hilfe käme also nicht unbedingt dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
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