Deutsch fehlt auf Trenitalia-Zügen: STF fordert Landesregierung zum Handeln auf

Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert fehlende deutsche Fahrgastinformationen auf mehreren Trenitalia-Verbindungen in Südtirol. Je nach Zugtyp seien Innenanzeigen und Zugzielanzeigen außen nur auf Italienisch gehalten. Die Partei fordert die Landesregierung und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider auf, bei Trenitalia auf die Einhaltung der geltenden Sprachbestimmungen zu drängen.
Mängel bei mehreren Zugtypen
Nach Angaben der Süd-Tiroler Freiheit sind Regionalexpress-Züge des Typs Rock besonders betroffen: Die Informationen im Zug seien auf Italienisch und Englisch, deutsche Ortsnamen fehlten. Auch die Außenanzeigen zeigten ausschließlich italienische Ortsbezeichnungen.
Beim RegioExpress zwischen Mailand und Bozen betreffe das laut Partei sowohl die Anzeigen im Innenraum als auch jene außen am Zug. Bei den Jazz-Regionalzügen auf den Strecken Brenner–Meran und Meran–Brenner fehlten deutsche Ortsnamen auf den Außenanzeigen.
Auch bei den Hochgeschwindigkeitszügen Frecciarossa sieht die Partei Handlungsbedarf: Als Ziel werde lediglich „Bolzano“ angezeigt. Schriftliche Informationen gebe es unter anderem auf Italienisch und Englisch, teilweise auch auf Chinesisch – Deutsch fehle.
Partei verweist auf Autonomiestatut
Die Süd-Tiroler Freiheit beruft sich auf Artikel 99 des Autonomiestatuts, der die Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache festschreibt. Artikel 100 regelt das Recht deutschsprachiger Bürger, ihre Sprache auch gegenüber Konzessionsunternehmen zu verwenden, die öffentliche Dienste in Südtirol erbringen. Das Durchführungsdekret Nr. 574/1988 sieht vor, dass solche Dienste so organisiert werden müssen, dass der Gebrauch beider Sprachen gewährleistet ist.
Die Partei hält die derzeitige Praxis bei den Fahrgastinformationen deshalb für nicht mit den geltenden Sprachbestimmungen vereinbar. Sie fordert, sämtliche von Trenitalia in Südtirol eingesetzten Zugtypen überprüfen zu lassen und deutsche und italienische Informationen gleichwertig zu berücksichtigen – in den Innenanzeigen ebenso wie bei den Zugzielanzeigen.
„Die Autonomie und die darin verankerten Sprachrechte dürfen nicht an der Zugtür enden“, erklärt Andreas Stuflesser, Einbringer der Mitteilung für die Süd-Tiroler Freiheit. Die deutsche Sprache dürfe im Südtiroler Bahnverkehr nicht zur Nebensache werden.






