von ih 02.11.2026 08:32 Uhr

Transitforum fordert höhere Lkw-Maut auf der Brennerroute

Rund eine Million Lkw sollen laut Transitforum Austria-Tirol durch niedrige Mauttarife auf die Brennerstrecke gelockt werden. Die Organisation fordert deshalb Bayern und Südtirol auf, die Gebühren anzuheben und gemeinsam gegen den Umwegtransit vorzugehen.

Symbolbild von Thomas auf Pixabay

Das Transitforum Austria-Tirol fordert eine Änderung der Lkw-Mauttarife entlang der Brennerroute von Rosenheim bis Verona. Seit Jahrzehnten würden niedrige Mautgebühren in Deutschland und Italien zusätzlichen Schwerverkehr auf die Strecke locken. Mittlerweile handle es sich um rund eine Million Transit-Lkw, kritisiert Obmann Fritz Gurgiser in einer Presseinformation.

Die Folgen müssten vor allem die Anrainer sowie die regionale Wirtschaft entlang der A93, A12, A13 und A22 tragen. Das Transitforum verweist auf Gesundheitsbelastungen, Staus und wirtschaftliche Schäden, Einschränkungen für Einsatzorganisationen und den öffentlichen Verkehr sowie die zunehmende Belastung der Straßeninfrastruktur. Insbesondere der vorzeitige Verschleiß zahlreicher Brücken auf der A13 und A22 sei ein Problem.

Die Organisation sieht in den niedrigen Lkw-Mauttarifen einen wesentlichen Grund dafür, dass Transporte weiterhin bevorzugt auf der Straße statt auf der Schiene abgewickelt werden. Für Logistikunternehmen zähle letztlich, welcher Verkehrsträger wirtschaftlich günstiger sei. Den unfairen Wettbewerb zwischen Straße und Schiene habe daher die Politik geschaffen.

Forderung an Kompatscher und Söder

Besonders deutlich richtet Fritz Gurgiser seine Forderungen an Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Die Tiroler Volkspartei solle ihren Grundsatzparteitag am 7. November nutzen, um beide Politiker in die Pflicht zu nehmen. Sie müssten verbindlich dazu beitragen, die aus Sicht des Transitforums bestehende Umwegtransit-Problematik zu beseitigen.

Bayern, Südtirol, das Trentino sowie Deutschland und Italien könnten auf ihren Autobahnen verursachergerechte Mauten einheben und die Einnahmen gezielt für Schutzmaßnahmen zugunsten der Anrainer verwenden. Laut Transitforum verursachen schwere 40-Tonnen-Lkw rund 95 Prozent aller Straßenschäden. In Deutschland und Italien würden diese Kosten jedoch zu einem großen Teil von Pkw-Fahrern oder aus öffentlichen Budgets getragen.

Auch eine stärkere Abstimmung der Alpenregionen auf europäischer Ebene sei notwendig. Das Transitforum verweist in diesem Zusammenhang auf die bestehenden Möglichkeiten im Rahmen der EU-Wegekostenrichtlinie. Eine Erhöhung der Lkw-Maut zwischen Kufstein und dem Brenner um zehn oder 20 Cent pro Kilometer hätte laut den Berechnungen der Organisation auf die Gesamtkosten der Strecke nur geringe Auswirkungen. Um das Mautniveau der Strecke Basel–Chiasso zu erreichen, wäre hingegen eine Erhöhung um 2,24 Euro pro Kilometer notwendig. Dies sei allerdings aufgrund der EU-Wegekostenrichtlinie nicht möglich.

Für Gurgiser sei klar: Ohne gemeinsame politische Maßnahmen werde sich an der Situation nichts ändern. Die Belastungen entlang der Brennerroute träfen letztlich jeden Haushalt und jeden Betrieb in der Region.

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