von wk 29.10.2026 14:32 Uhr

Alkohol am Steuer: Welche Strafen drohen

Je nach gemessenem Alkoholwert reicht die Bandbreite von einer Verwaltungsstrafe bis zu Geld- und Freiheitsstrafen. Bei schweren Fällen können auch der Führerschein und das Fahrzeug eingezogen werden.

APA/THEMENBILD

Wer alkoholisiert am Steuer erwischt wird, muss laut Meldung der Ordnungshüter mit Folgen rechnen, die weit über eine Geldstrafe hinausgehen können. Entscheidend ist der bei der Kontrolle festgestellte Alkoholwert. Die maßgeblichen Schwellen sind in Artikel 186 der italienischen Straßenverkehrsordnung festgelegt.

Drei Alkoholstufen, unterschiedliche Strafen

Liegt der Wert über 0,5 und höchstens bei 0,8 Gramm pro Liter, handelt es sich um eine Verwaltungsübertretung. Vorgesehen sind eine Geldstrafe von 543 bis 2.170 Euro und der Führerscheinentzug für drei bis sechs Monate.

Bei einem Wert über 0,8 bis höchstens 1,5 Gramm pro Liter wird die Fahrt zum Straftatbestand. Dafür sieht das Gesetz eine Geldstrafe von 800 bis 3.200 Euro, Arrest von bis zu sechs Monaten und den Führerscheinentzug für sechs Monate bis ein Jahr vor.

Am schwersten wiegt ein Wert von mehr als 1,5 Gramm pro Liter. Dafür drohen eine Geldstrafe von 1.500 bis 6.000 Euro, Arrest von sechs Monaten bis zu einem Jahr und der Führerscheinentzug für ein bis zwei Jahre. Bei einer Verurteilung oder einem Strafvergleich ordnet das Gericht grundsätzlich auch die Einziehung des Fahrzeugs an. Ausgenommen sind Fahrzeuge, die einer unbeteiligten Person gehören. Bei einer Wiederholung innerhalb von zwei Jahren ist der Führerschein zu widerrufen. Wird der Verstoß zwischen 22 und 7 Uhr begangen, erhöht sich die Geldstrafe um ein Drittel bis zur Hälfte.

Medizinische Überprüfung kann folgen

Wird der Führerschein ausgesetzt, ordnet der Präfekt eine ärztliche Untersuchung an. Diese muss grundsätzlich innerhalb von 60 Tagen stattfinden. Bei einem Alkoholwert über 1,5 Gramm pro Liter kann der Präfekt den Führerschein vorsorglich bis zum Ergebnis der Untersuchung aussetzen.

Die zuständige medizinische Kommission prüft, ob die gesundheitliche Eignung zum Fahren weiterhin gegeben ist. Je nach Einzelfall kann sie weitere Untersuchungen verlangen oder die Gültigkeitsdauer des Führerscheins verkürzen. Wer die angeordnete Untersuchung nicht fristgerecht wahrnimmt, muss mit einer weiteren Aussetzung des Führerscheins bis zur Untersuchung rechnen. aci.gov.it

Alkolock-Auflage nach einer Verurteilung

Eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2024 sieht für verurteilte Fahrer mit einem in Italien ausgestellten Führerschein zusätzliche Einschränkungen vor. Bei einem Alkoholwert über 0,8 Gramm pro Liter werden die Codes „Kein Alkohol“ und „Fahren nur mit Alkolock“ eingetragen.

Ein Alkolock misst vor dem Start die Atemluft des Fahrers und verhindert bei festgestelltem Alkohol den Motorstart. Die Auflage gilt mindestens zwei Jahre bei einem Wert zwischen über 0,8 und 1,5 Gramm pro Liter und mindestens drei Jahre bei mehr als 1,5 Gramm pro Liter. Die Frist beginnt mit der Rückgabe des Führerscheins nach der Verurteilung.

Strafregister und gemeinnützige Arbeit

Eine rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung kann im italienischen Strafregister eingetragen werden. Welche Vermerke in einem Strafregisterauszug aufscheinen, hängt von den gesetzlichen Bestimmungen und der Art des jeweiligen Auszugs ab. Einträge können in bestimmten beruflichen oder behördlichen Zusammenhängen relevant sein; daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sie in jedem Zusammenhang sichtbar sind.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Gericht die Geld- und Arreststrafe einmalig durch gemeinnützige Arbeit ersetzen. Das kommt nicht infrage, wenn der Fahrer einen Verkehrsunfall verursacht hat. Die Arbeit wird unentgeltlich geleistet und soll vorrangig der Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung dienen. Wird sie erfolgreich abgeschlossen, kann das Gericht das Vergehen für erloschen erklären, den Führerscheinentzug halbieren und eine angeordnete Fahrzeugeinziehung aufheben.

Bei einem Unfall wird es deutlich schwerer

Verursacht ein alkoholisierter Fahrer einen Unfall, werden die vorgesehenen Strafen grundsätzlich verdoppelt. Außerdem kann das Fahrzeug für 180 Tage stillgelegt werden. Gehört es einer unbeteiligten Person, gilt diese Maßnahme nicht. Liegt der Alkoholwert über 1,5 Gramm pro Liter, ist bei einem vom Fahrer verursachten Unfall auch der Widerruf des Führerscheins vorgesehen.

Werden bei einem Unfall Menschen schwer oder sehr schwer verletzt, drohen bei einem Wert über 1,5 Gramm pro Liter zusätzlich drei bis fünf Jahre Haft bei schweren und vier bis sieben Jahre bei sehr schweren Verletzungen. Kommt ein Mensch ums Leben, sieht das Gesetz in diesem Fall acht bis zwölf Jahre Haft vor. aci.gov.it

Auch die Verweigerung des Alkoholtests ist strafbar

Wer sich weigert, den Alkoholtest zu machen, begeht ein eigenes Vergehen. Dafür gelten grundsätzlich die Strafrahmen der höchsten Alkoholstufe: 1.500 bis 6.000 Euro Geldstrafe und sechs Monate bis zu einem Jahr Arrest. Hinzu kommen der Führerscheinentzug für sechs Monate bis zwei Jahre, eine mögliche Fahrzeugeinziehung und eine ärztliche Untersuchung. Bei einer Wiederholung desselben Vergehens innerhalb von zwei Jahren ist der Führerschein zu widerrufen.

Die Verweigerung verhindert damit kein Verfahren, sondern kann selbst strafrechtliche Folgen auslösen.

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