Erneut Krawalle bei Protesten in mehreren Ländern Europas

Frankreich: Rund 410.000 Menschen nahmen am Samstag an den landesweiten Protesten teil. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez gab es fast 1.000 Festnahmen, die Zahl werde noch steigen. Anfangs hatten junge Menschen für eine bessere Ausstattung der Schulen demonstriert, später schlossen sich weitere Gruppen an, etwa wegen der hohen Lebenshaltungskosten. Die Demonstrationen selbst verliefen laut dem Minister reibungslos. Am Rande kam es aber zu Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Plünderungen. Aus Paris, Lyon, Bordeaux und Marseille gab es Bilder von Tränengas, Feuer und Wasserwerfern. Nuñez machte die radikale extreme Linke dafür verantwortlich.
Albanien: In der Hauptstadt Tirana warfen Demonstrierende Steine auf Regierungsgebäude und Polizei. Der Protest richtete sich gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. Die Lage eskalierte, als das Umweltministerium in Brand gesetzt wurde. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein. Es gab Verletzte auf beiden Seiten, wie die staatliche Nachrichtenagentur ATA berichtete.
Spanien: In Barcelona kamen am Samstagabend Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene zusammen. Sie beschädigten Straßenmobiliar, plünderten Geschäfte und zündeten Müllcontainer an. Die katalanische Polizei nahm 128 Menschen fest, 73 davon waren minderjährig. 15 Beamte wurden verletzt. Das genaue Ziel der Proteste blieb unklar.
Italien: Tausende Menschen demonstrierten, unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise und Aufrüstung. Laut Polizei gab es neun Haftbefehle und 371 Festnahmen, in 110 Fällen waren es Minderjährige. Insgesamt wurden 5.000 Personen kontrolliert. In Mailand verlief der Samstag größtenteils friedlich, die Polizei stoppte aber einen Demonstrationszug mit Schlagstöcken. In Bologna kamen Tränengas und Wasserwerfer zum Einsatz.
Belgien: In Brüssel und Lüttich blieb es bei kleineren Demonstrationen, die laut Innenminister Bernard Quintin ohne größere Zwischenfälle endeten. In Brüssel gab es neun Festnahmen.
APA/UT24






